Agrarökologie - Lokales Wissen statt importierte Pestizide

Mit unseren Partnerorganisationen organisieren wir Ausbildungen zu agrarökologischen Anbaumethoden. Diese bietet Kleinbauernfamilien Unabhängigkeit von grossen Agrarkonzernen. Ebenso können sie mit Agroökologie besser auf den Klimawandel reagieren – bodenschonend und ertragreich.

Die konventionelle Landwirtschaft hat für Kleinbauernfamilien in Entwicklungsländern wenig zu bieten: Sie zerstört die vielerorts schwache Humusschicht, und die Umweltproblematik tritt noch deutlicher hervor als bei uns. Durch die Spezialisierung auf wenige «Cash-Crops»  – also Nahrungsmitteln, die für den Markt erzeugt wurden und nicht für die Selbstversorgung der Bauern – werden die Bauernfamilien abhängig von Weltmarktpreisen. Durch den Kauf von Dünger und Pestiziden verschulden sie sich.

Oft werden diese Mittel aus Mangel von Wissen und entsprechender Ausrüstung unsachgemäss eingesetzt. Das hat verheerende Auswirkung auf Gesundheit und Umwelt – umso mehr, als in Entwicklungsländern oft Pestizide verkauft werden, die wegen ihrer Schädlichkeit in Europa seit Jahrzehnten verboten sind.

Pflanzenarten kombinieren, die sich gegenseitig schützen oder stärken

Agrarökologie in Kenia im direkten Vergleich: Während das Gemüsefeld und der «food forest» auf der linken Seite in voller Blüte stehen, wirkt das Maisfeld ohne agrarökologische Anbaumethode auf der rechten Seite eher karg. Bild: Simon Degelo/ Fastenopfer.
Agrarökologie bietet hier für viele Bauern eine attraktive Alternative. Sie beruht darauf, die Bedürfnisse der Kleinbauernfamilie ins Zentrum zu stellen, eine ausgewogene Ernährung zu produzieren und dabei die Umwelt und den Boden langfristig zu erhalten.

Ein Grundsatz ist, unterschiedliche Kulturen so zu kombinieren, dass sie sich gegenseitig vor Schädlingen schützen und mit Nährstoffen versorgen. Ein anderer, dem Boden in Form von Kompost, Mulch oder Mist möglichst viel organisches Material zuzuführen, so dass Bodenlebewesen gefördert werden und sich neuer Humus bildet.

In der Praxis gibt es nicht eine einzige agrarökologische Methode. Die jeweils passende muss nach Umweltbedingungen und Bedürfnisse der Menschen spezifisch ausgearbeitet werden: Zum Beispiel pflanzen die Bauernfamilien im Senegal Hirse, Erdnüsse und Maniok in Kombination an und produzieren natürliche Insektizide auf pflanzlicher Basis.

In Haiti helfen zum Hang parallele Streifen aus Vetiver-Gras oder Zuckerrohr, die Hänge zu stabilisieren. In den Philippinen züchten die Bauern und Bäuerinnen ihre eigenen Reissorten um sie resistenter gegen die Folgen des Klimawandels zu machen. Und in Kenia pflanzen sie «Essbare Wälder», um eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen und eine alternative zu den Mais-Monokulturen zu bieten.

Gemeinsam ist der Agrarökologie in allen Ländern, dass sie die Kleinbauernfamilien ins Zentrum stellen. Diese bauen auf lokal vorhandenes traditionelles Wissen auf. Auch nehmen sie eine aktive Rolle ein, um agrarökologische Methoden zu entwickeln, welche in ihrer Region funktionieren und ihre spezifischen Bedürfnisse am besten erfüllen.

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Simon Degelo

Agrarökologie

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