Sicherung der Lebensgrundlagen vs. Agrarindustrie

Landwirtschaft ist die hauptsächliche Einkommensquelle der von Armut betroffenen Menschen in Entwicklungsländern. Doch Agrar- und Handelspolitiken setzen weltweit auf Wachstum und damit auf die industrielle Produktion von Agrarrohstoffen wie Palmöl oder Soja und High-Tech Saatgut. Dadurch verlieren Kleinbauernfamilien und Indigene zusehends ihre Lebensgrundlagen. Fastenopfer setzt sich für ihre Rechte ein.

Aktuell produzieren Kleinbauern und -bäuerinnen rund 70 Prozent der Nahrung weltweit. Doch dieser Anteil sinkt: Konzerne, Banken, Versicherungen und Staaten haben sich auf der ganzen Welt 47.7 Mio. Hektaren Land für Grossprojekte angeeignet, welche nicht weiter für den Anbau von Nahrungsmitteln benutzt werden, sondern für Tierfutter und Palmöl für Fertigprodukte und Kosmetika. Von diesem Land Grabbing besonders betroffen sind Frauen, welche vielerorts für die Ernährung ihrer Familien verantwortlich sind.

Es braucht Landwirtschaftsmodelle, die widerstandfähig sind

Internationale Handelsabkommen zwingen viele Länder zu strengen Saatgutgesetzen, von welchen vorab die Saatgutkonzerne profitieren: Bauern und Bäuerinnen dürfen ihr selbst gezogenes Saatgut nicht mehr verwenden, sondern müssen jedes Jahr teures Saatgut kaufen. Wenn sie sich nicht an das Gesetz halten, werden sie verfolgt und ihr Saatgut wird konfisziert, wie es bereits in Kolumbien und Guatemala geschieht.

Fastenopfer verschafft Menschen und Organisationen, die für ihre Rechte einstehen, Gehör. Gemeinsam verlangen wir Rahmenbedingungen, welche die erprobte kleinräumige Landwirtschaft und lokales Saatgut respektieren. In der Schweiz unterstützt Fastenopfer zudem Initiativen für einen nachhaltigen Konsum.

Ziele im nächsten Jahr (Auswahl)

  • Es wird ein Netzwerk aufgebaut mit Partnerorganisationen von Fastenopfer und Fachleuten, damit sich Bäuerinnen und Bauern bei ihren Regierungen erfolgreich gegen die Privatisierung von Saatgut einsetzen können.
  • Die Schweizer Kampagne, welche Detailhändler für die Palmölproblematik sensibilisiert und zur Reduktion von Palmöl in Lebensmitteln beiträgt, wird weitergeführt.

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Claudia Fuhrer
Claudia Fuhrer

Internationales Programm
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