Mit Agrarökologie und Spargruppen eine nachhaltige Entwicklung fördern

Maya-Gemeinschaften leben das Buen vivir

CARITAS VERAPAZ, Frauen auf dem Feld

Das Leben der indigenen Familien in Baja Verapaz ist hart. Während Männer für Hungerlöhne auf Plantagen arbeiten, müssen Frauen und Kinder die Feldarbeit übernehmen. Dennoch gibt es immer wieder Zeiten, wo kein Essen im Haus ist. Zusammen mit 120 Maya-Familien setzt sich die lokale Càritas des Bistums Verapaz für ein besseres Leben ein, für das Buen vivir.

Frauen und Kinder leisten Feldarbeit alleine

In der Region Cubulco sind die Familienväter in der Regel fünf bis acht Monate unterwegs, um auf den grossen Kaffee-, Palmöl-, Zuckerrohr- oder Melonenplantagen in der Küstenregion einen Hungerlohn zu verdienen. Deshalb können sie in dieser Zeit ihre eigenen Felder im Hochland nicht bewirtschaften, Frauen und Kinder müssen die schwere Arbeit alleine übernehmen. Trotz all dieser Anstrengungen reicht das Einkommen der Familien nicht und sie sind gezwungen, gegen hohe Zinsen Kredite bei reichen Leuten aufzunehmen. Die Region Baja Verapaz leidet auch unter der Abholzung des Waldes, sei es für zusätzliche Landwirtschaftsflächen, sei es für Feuerholz. Zusammen mit den Folgen des Klimawandels verstärkt dies die Trockenperioden und führt nach starken Regenfällen zur Erosion des Bodens.

Bessere Ernährung dank neuer Anbaumethoden und verbesserter Vorratshaltung

Das von Fastenopfer unterstützte Projekt der Càritas Verapaz arbeitet mit sechs ausgewählten Gemeinschaften der Maya Achí. Das wichtigste Ziel ist eine gesicherte Ernährung der Familien. Dazu gibt es in jeder Gemeinschaft Ausbildungen zu agrarökologischen Anbaumethoden. Diese werden auf Demonstrationsfeldern durchgeführt. Dafür bildet das Projekt gezielt TeilnehmerInnen aus, die ihr Wissen danach den anderen Familien weitergeben. Indem die Haushalte lernen, wie sie die Lebensmittel aus ihren Hausgärten konservieren können, reichen die Nahrungsvorräte länger. Der Überschuss kann verkauft werden. Solidaritätskassen werden eingeführt, mit denen sich die Mitglieder gegenseitig günstige Kredite geben können – so wird die Verschuldung gemildert und es werden kleine Investitionen möglich.

Ohne politische Einflussnahme gibt es keine nachhaltige Entwicklung

Für weitere Entwicklungsschritte arbeiten die Maya Achí mit den Behörden zusammen. Die eingesetzten Cocodes – Räte zur gemeinschaftlichen Entwicklung – sind zuständig für die Entwicklung in der Region. Die Mitglieder dieser Räte nehmen an Sitzungen der Gemeinderäte teil und können ihre Anliegen so direkt präsentieren. Sie gehen auch das Problem der Zerstörung des Waldes an: Gemeinsam wurde entschieden, 10 Hektaren Wald wieder aufzuforsten, damit die Folgen des Klimawandels sich lokal nicht weiter verschlimmern.

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