Spargruppen in Madagaskar setzen etwas in Gang

Die Mitglieder der Spargruppen helfen sich mit Unterstützung von Fastenopfer gegenseitig aus - in Not, auf dem Feld und bei den Behörden.

2017 schreckte eine Pestepidemie in Madagaskar die Weltöffentlichkeit auf. Auch wenn die Krankheit inzwischen eingedämmt werden konnte, zeugt sie doch vom desolaten Zustand des Landes.

 

Die Bevölkerung der Insel gehört zu den ärmsten der Welt: Mehr als die Hälfte der Kinder sind mangelernährt, nur eine von drei Personen hat sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Die Gründe für die Armut sind vielfältig – im Moment fehlt es auch an einer fähigen Regierung, die in Infrastruktur, Bildung und Gesundheit investiert. In dieser Situation muss die arme Bevölkerung sich selbst helfen.

 

Wer arm ist, gerät leicht in Geldnot und muss sich an die lokalen Geldverleiher wenden. Diese verlangen horrende Zinsen: 100 bis 300 Prozent sind keine Ausnahme.

 

Die Projekte von Fastenopfer bieten Familien einen Ausweg: Lokale Animatorinnen und Animatoren initiieren Spargruppen in den Dörfern. Diese erstellen ein eigenes Reglement, das unter anderem festlegt, wie viel und wie oft Geld oder Lebensmittel in die gemeinsame Kasse einbezahlt werden.

 

Zusätzliche Felder mit Reis, Maniok oder Gemüse

 

Mit den Ersparnissen können sich die Mitglieder in Notfällen gegenseitig mit zinslosen Darlehen aushelfen – wenn am Ende der Regenzeit die Reisvorräte zu Ende gehen, wenn jemand einen Unfall hat oder krank wird und wenn alle Kinder gleichzeitig Schulmaterial brauchen. Die Gruppen unterstützen sich auch gegenseitig bei der schweren Feldarbeit und legen zusätzliche Felder mit Reis, Maniok oder Gemüse an. Auf diese Weise sind die meisten Mitglieder nach zwei bis drei Jahren entschuldet.

 

In den letzten Projektphasen hat die Organisation Tsinjo Aina Mahajanga an der Westküste von Madagaskar Spargruppen mit rund 44’000 Mitgliedern gegründet.

 

Im April 2017 begann eine neue Projektphase: Bereits entschuldete Gruppen schliessen sich zu Netzwerken zusammen, um künftig auch auf Dorfebene eine Entwicklung in Gang zu setzen.

 

In Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und spezialisierten Hilfswerken setzen sie sich tatkräftig für ein besseres Leben ein: Sie organisieren Ausbildung für neue Anbaumethoden, welche bessere Ernten bei Reis oder Gemüse bringen. Sie bauen solide Brunnen oder lernen, wie man Trinkwasser aufbereiten kann. Sie lassen ihre Felder von der Gemeinde registrieren, damit sie als Kleinbauern nicht von den landwirtschaftlichen Grossprojekten oder Rohstoffabbaufirmen enteignet werden können. Und sie fordern von den lokalen Behörden, dass diese ihre Aufgabe ernst nehmen und sich für sie einsetzen.

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