Krankenkasse ergänzt Solidaritätsgruppen in Thiès

Viele Menschen in der Stadt Thiès, im Westen Senegals, sind permanent verschuldet: Oft ist ab Mitte des Monats kein Geld mehr vorhanden. Bei neuen Einkünften müssen zuerst alte Schulden mit bis zu 50% Zinsen pro Monat beglichen werden, bevor man an andere Ausgaben denken kann.

Besonders vor der Ernte, wenn die Nahrungsmittelpreise hoch sind, entstehen prekäre Ernährungssituationen, in denen die Familien hungern oder sich zu schlechten Konditionen verschulden müssen. Die meisten Quartiere waren Dörfer, bevor sie die Stadt „verschluckte“. Die Menschen leben heute vom Gartenbau, vom Kleinhandel, von diversen Handwerksberufen und vom Transportwesen. Die Partnerorganisation Association pour le développement de Keury-Kao (ADK), entstanden aus einer Quartierorganisation, ist eine dynamische Entwicklungsorganisation. Mit einem partizipativen Ansatz entwickelt ADK kreative Lösungen, sodass die Bewohner/innen verschiedener Quartiere von Thiès und Umgebung ihre eigenen Lebensbedingungen selbst verbessern können.

Mit Hilfe von Solidaritätsgruppen in die Selbständigkeit

ADK geht die Probleme ganzheitlich an, mit Solidaritätsgruppen – Kalebassen genannt – Konventionen gegen überhöhte Ausgaben, Gruppeneinkäufen gegen die Verschuldung, einem Kinderhort, um die Kinder von der Strasse wegzubringen und einer Krankenkasse, um allen Menschen Zugang zum Gesundheitswesen zu ermöglichen. Die Quartierkrankenkasse und der Kinderhort ergänzen die Solidaritätsgruppen und werden von den Mitgliedern der Organisation getragen, ohne externe Finanzierung.

Aktuell werden die 88 bestehenden Kalebassen auf ihrem Weg in die Selbständigkeit gefördert. Sie verwalten sich innerhalb von Netzwerken mehr und mehr selbst und unterstützen sich gegenseitig. Weitere drei Bezirke werden neu in das Projekt einbezogen, um 55 neue Solidaritätsgruppen zu bilden.

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