Klimawandel – Bevölkerung und Behörden werden aktiv

Im Zuge der Dezentralisierung haben die lokalen Behörden im Senegal grössere Finanzkompetenzen erhalten und die Bevölkerung soll stärker in lokale Entscheidungen einbezogen werden. Die neu gewählten Lokalbehörden sind aber oft noch sehr unbeholfen und kämpfen mit dem Analphabetismus ihrer Mitglieder.

Die Partnerorganisation Recodef ist in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Akteur im Südwesten Senegals geworden und geniesst das Vertrauen der Bevölkerung aber auch der Behördenmitglieder. Der Ansatz von Recodef orientiert sich stets an den dringendsten Bedürfnissen der Bevölkerung und berücksichtigt die komplexen Zusammenhänge von Hunger, Schulden, Kultur, Klimawandel, Gesundheit und Bildung. In über zehn Jahren Zusammenarbeit mit Recodef hat die Organisation in ihrer Region viel verändert.

Zusammenarbeit und Autonomie

In dieser Projektphase geht es darum, die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Bevölkerung zu stärken. Gleichzeitig erhalten die Solidaritätskalebassen mehr Autonomie und politisches Gewicht, um ihre Interessen selbst durchzusetzen. Es bestehen bereits 158 Solidaritätskassen in der Region, denen über 8000 Mitglieder in 62 Dörfern angehören. In der zweijährigen Projektlaufzeit baut Recodef 80 neue Solidaritätskassen auf und unterstützt sie, sich in lokalen Netzwerken zu organisieren. So entwickeln sie sich zu selbständige Akteuren und Recodef kann sich nach und nach zurückziehen. Neue Gemeinschaftsfelder und -speicher werden gegründet, die nach dem Solidaritätsprinzip funktionieren. Ausbildungen fördern bestehende kulturelle Gepflogenheiten und agrarökologische Ansätze, um lokale, ökologische und traditionelle Lebensmittel zu fördern und die Ernährungsunabhängigkeit zu erhöhen. Dabei werden auch lokal reproduzierbares Saatgut und das Wissen um dessen Vermehrung erhalten und verbreitet.

Die bestehenden Klimaplattformen werden um einen neuen Bezirk erweitert und ihre Mitglieder werden weiter ausgebildet, insbesondere die Behörden. Damit werden die Produzenten unterstützt, den besten Zeitpunkt zu Aussaat und die optimalen Sorten zu wählen, um teure Doppelaussaaten und Ernteverluste zu verhindern. In alle Aktivitäten werden auch die Bezirksbehörden einbezogen. Zudem setzt sich das Projektteam dafür ein, dass die Behörden die Kosten der Klimaplattformen und anderer Aktivitäten langsam übernehmen.

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