Höhere Ernten und mehr Verdienst dank Spargruppen

Madagaskar IMERINA

In Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Hilfswerken setzen sich im Projekt 166 Netzwerke tatkräftig für ein besseres Leben ein.

Madagaskar hat eine reiche Tier- und Pflanzenwelt, aber das Land gehört zu den ärmsten der Welt. Von der Bevölkerung, die auf rund 24 Millionen geschätzt wird, leben rund vier Fünftel mit weniger als 1.25 Dollar pro Tag. In der Landwirtschaft macht sich der Klimawandel bemerkbar: Weil es weniger regnet, geht manche Aussaat verloren. Das trägt dazu bei, dass mehr als die Hälfte der Kinder mangelernährt ist. Nur knapp 30 Prozent der Bevölkerung verfügt über sauberes Trinkwasser.

 

Die Gründe für die Armut sind vielfältig – im Moment fehlt es vor allem auch an einer fähigen Regierung, die in Infrastruktur, Bildung und Gesundheit investiert. In dieser Situation muss die arme Bevölkerung sich selbst helfen. Die meisten Familien leiden unter Schulden: Wenn die Nahrungsmittel ausgehen, wenn jemand krank wird oder alle Kinder gleichzeitig Schulmaterial brauchen, müssen sie sich an Geldverleiher wenden, die für Kleinstkredite mit kurzer Laufzeit 100-200 Prozent Zins verlangen.

 

Deshalb schlägt das Madagaskarprogramm von Fastenopfer vor, sich in Spargruppen zusammen zu schliessen. Begleitet von ausgebildeten Animatorinnen und Animatoren erarbeitet jede Gruppe ein eigenes Reglement: Sie wählt Kassiererin, Sekretär und Präsidentin und legt fest, wie viel sie regelmässig in die Kasse einbezahlt.

 

So können sich die Mitglieder in Notfällen gegenseitig aushelfen und bezahlen keine Wucherzinse mehr. Um die Kasse rascher zu füllen, legen sie Gemeinschaftsfelder an. Regelmässig werden sie von den Animator/innen besucht, die ihnen bei Problemen weiter helfen. Erfahrungsgemäss wird eine Gruppe so in zwei bis drei Jahren schuldenfrei.

 

In den letzten 15 Jahren hat das Projekt von Tsinjo Aina Imerina im Hochland von Madagaskar 1763 Spargruppen mit 18 729 Mitgliedern begleitet – vier Fünftel von Ihnen sind heute schuldenfrei. Nun geht das Projekt in eine neue Phase: Bereits entschuldete Gruppen schliessen sich zu Netzwerken zusammen, um auch auf Dorfebene eine Entwicklung in Gang zu setzen.

 

166 Netzwerke haben ihre Arbeit schon aufgenommen. In Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und spezialisierten Hilfswerken setzen sie sich tatkräftig für ein besseres Leben ein: Sie organisieren Ausbildungen für neue Anbaumethoden, welche bessere Ernten bei Reis oder Gemüse bringen. Sie bauen solide Brunnen oder lernen, wie man Trinkwasser aufbereiten kann. Sie lassen ihre Felder von der Gemeinde registrieren, damit sie als Kleinbauern nicht von den landwirtschaftlichen Grossprojekten überrollt werden können. Und sie fordern von den lokalen Behörden, dass diese ihre Aufgabe ernst nehmen und sich für sie einsetzen.

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