Gerechte Löhne und Arbeit in der Provinz Westkap

Landarbeitende in Südafrika leiden oft unter prekären Arbeits- und Lebensbedingungen. So auch in der Wein- und Früchteproduktion der Provinz Westkap.

Der Landwirtschaftssektor ist einer der wichtigsten Arbeitgeber in Südafrika. Die Arbeits- und Lebensbedingungen der Landarbeitenden sind auf den meisten Betrieben prekär und menschenunwürdig. So auch in der Wein- und Früchteproduktion der Provinz Westkap.

 

Die Arbeiter und Arbeiterinnen leben in ärmlichen Behausungen auf den Farmen und sind der Willkür der Besitzenden ausgeliefert. Sie leben isoliert, weit entfernt von Gesundheitszentren, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten. Sie müssen in den Farmerläden Nahrungsmittel zu überteuerten Preisen kaufen und werden gezwungen, Kredite aufzunehmen.

 

Die Farmbesitzerinnen und Farmbesitzer verbieten ihnen meist, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Frauen sind sexueller Gewalt ausgesetzt. Die Arbeitsgesetze werden häufig nicht respektiert. Deren Umsetzung wird von der Regierung aus Kapazitätsgründen auch selten überprüft.

 

Aufgrund des wirtschaftlichen Drucks auf die Betriebe werden immer weniger südafrikanische Arbeitskräfte festangestellt. Stattdessen wird auf Saisonniers und Tagelöhnerinnen sowie Arbeitsmigranten aus benachbarten Ländern gesetzt. Dies führt zu Spannungen zwischen den Arbeitenden. Die Arbeitsmigrierenden und Saisonniers sind zudem durch die Arbeitsgesetze noch zu wenig geschützt. Davon besonders betroffen sind Frauen.

 

Mit Unterstützung der Partnerorganisation TCOE und einer kleinen Gewerkschaft bauen Landarbeiterinnen und Landarbeiter aus 15 grossen Gemeinden in der Provinz Westkap eigene Organisationen auf, welche sich national Gehör verschaffen und ihre Rechte verteidigen und einfordern.

 

Landarbeitende bilden dafür eigene Vertretungen auf den Farmen, sogenannte Farm Komitees, welche sich wiederum regional vernetzen. TCOE bildet Arbeiter und Arbeiterinnen in Führungsfragen aus und koordiniert die Kampagnen der Arbeitenden sowie die Verhandlungen mit der Regierung und mit Farmbetrieben. Dabei wird speziell auf die Mitsprache und Anliegen der Frauen geachtet.

 

Informationsflüsse zwischen den Landarbeitenden werden sichergestellt. Über eine Helpline haben diese die Möglichkeit, unwürdige Behandlungen und Menschenrechtsverletzungen zu melden und zu dokumentieren. Rechtsstellen vermitteln Beratung und Beistand in Rechtsfragen.

 

Auf nationaler Ebene führt TCOE zusammen mit den Landarbeiterorganisationen Kampagnen zu missbräuchlichen Arbeitsvermittlungen durch.

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