Mit Getreidespeichern den Hunger überwinden

Familien werden selbstständig schuldenfrei

COCOGEP, Frau zeig Produkte

Die Verschuldung bei armen Familien im Senegal ist gross, denn jedes Jahr vor der Ernte werden die Nahrungsmittel knapp. Deshalb führt das Projekt Solidaritätsgruppen ein, die vor allem von Frauen sehr geschätzt werden. Diese Gruppen – Kalebassen genannt – und ihre Getreidespeicher ermöglichen es heute über 5‘000 Menschen, den Hunger zu überwinden.

Familien leiden unter langen Knappheitsperioden und hoher Verschuldung

Die Knappheitsperiode, im Senegal Soudure genannt, dauert im Schnitt fünf Monate, von Juni bis Oktober. Um Essen zu kaufen, nehmen vier von fünf Bäuerinnen Kredite mit hohen Zinsen auf. Die Verschuldung der Familien ist folglich sehr hoch und die nächste Ernte wird zu einem grossen Teil zur Tilgung der Kredite benötigt. Derart in Schulden gefangen, verlieren viele Familien den Mut, für eine bessere Zukunft zu planen.

Schuldenspirale mit zinslosen Darlehen durchbrechen

Cocogep animiert in 30 Dörfern die Bildung von Solidaritätsgruppen. Dazu gehört, dass die Teilnehmenden regelmässig Beiträge in eine gemeinsame Kasse einlegen. Interessierte Frauen werden von der erfahrenen Organisation Cocogep geschult, wie sie in ihrem Dorf ein vertrauenswürdiges Netzwerk aufbauen können. Dank Darlehen aus der gemeinsamen Kasse können sie Lebensmittel, Medikamente oder Schulgebühren rechtzeitig bezahlen. Und weil die Darlehen zinslos sind, wird die Schuldenlast kleiner. Davon profitieren vor allem die ärmsten Familien. Gleichzeitig hilft der Aufbau von Gemeinschaftsspeichern in Dörfern der Bevölkerung, ihre Ernte besser einzuteilen und die jährliche Knappheitsperiode deutlich zu verkürzen. Der bewusste Umgang mit den Finanzen bei Hochzeiten und Beerdigungen, sowie gemeinsame Einkäufe von Produkten des täglichen Bedarfs, schonen das Budget der Beteiligten zusätzlich.

Zusatzeinkommen erwirtschaften

Dank weiteren Schulungen durch Cocogep zur Herstellung von Seife, Javelwasser oder Brot können Dorfbewohnerinnen ein kleines zusätzliches Einkommen erwirtschaften. Dieses hilft ihnen ebenfalls die Hungerperiode zu überbrücken, was durch den Klimawandel und die damit verbundene Verschlechterung der Bodenqualität immer schwieriger wird. Frauen, die sich mit der Produktion von Seife und dem Desinfektionsmittel Javelwasser auskannten, konnten auch die Coronakrise besser bewältigen und sich und ihre Familien schützen.

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