Familien in Madagaskar verbessern ihre Ernährung

Madagaskar MENABE

Nach der Organisation in Spargruppen kommen nun auch auf Dorfebene Entwicklungen in Gang, die die Schulden- und Ernährungssituation der Leute verbessern.

Madagaskar hat eine reiche Tier- und Pflanzenwelt, aber das Land gehört zu den ärmsten der Welt. Von der Bevölkerung, die auf rund 24 Millionen geschätzt wird, leben rund vier Fünftel mit weniger als 1.25 Dollar pro Tag. In der Landwirtschaft macht sich der Klimawandel bemerkbar: Weil es weniger regnet, geht manche Aussaat verloren. Das trägt dazu bei, dass mehr als die Hälfte der Kinder mangelernährt ist. Nur knapp 30 Prozent der Bevölkerung verfügt über sauberes Trinkwasser.

 

Die Gründe für die Armut sind vielfältig – im Moment fehlt es vor allem auch an einer fähigen Regierung, die in Infrastruktur, Bildung und Gesundheit investiert. In dieser Situation muss die arme Bevölkerung sich selbst helfen. Die meisten Familien leiden unter Schulden: Wenn die Nahrungsmittel ausgehen, wenn jemand krank wird oder alle Kinder gleichzeitig Schulmaterial brauchen, müssen sie sich an Geldverleiher wenden, die für Kleinstkredite mit kurzer Laufzeit 100-200 Prozent Zins verlangen.

 

Deshalb schlägt das Madagaskarprogramm von Fastenopfer vor, sich in Spargruppen zusammen zu schliessen. Begleitet von ausgebildeten Animatorinnen und Animatoren erarbeitet jede Gruppe ein eigenes Reglement: Sie wählt Kassiererin, Sekretär und Präsidentin und legt fest, wie viel sie regelmässig in die Kasse einbezahlt. So können sich die Mitglieder in Notfällen gegenseitig aushelfen und bezahlen keine Wucherzinse mehr.

 

Um die Kasse rascher zu füllen, legen sie Gemeinschaftsfelder an. Regelmässig werden sie von den Animator/innen besucht, die ihnen bei Problemen weiter helfen. Erfahrungsgemäss wird eine Gruppe so in zwei bis drei Jahren schuldenfrei.

 

Das Projekt Tsinjo Aina Menabe an der Westküste Madagaskars betreute Ende letztes Jahr 532 Gruppen mit 6 180 Mitgliedern – 70 Prozent von Ihnen sind schuldenfrei. Nun geht das Projekt in eine neue Phase: Bereits entschuldete Gruppen schliessen sich zu Netzwerken zusammen , um auch auf Dorfebene eine Entwicklung in Gang zu setzen.

 

73 Netzwerke haben ihre Arbeit in den Bereichen Landwirtschaft und Bodenrecht bereits aufgenommen. In Zusammenarbeit mit lokalen Behörden setzen sie sich tatkräftig für ein besseres Leben ein: Sie organisieren weiter die gefragten Kompostkurse und thematisieren Ernährungsfragen. Weiter bauen sie solide Brunnen oder lernen, wie man Trinkwasser aufbereiten kann. Und sie lassen ihre Felder von der Gemeinde registrieren, damit sie als Kleinbauern nicht von Minen oder Plantagenprojekten überrollt werden können.

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