Energieprojekte – doch in wessen Namen?

Raus aus fossilen Energien, rein in erneuerbare: In Brasilien wird die Wasserkraft ausgebaut, um die Klimaziele zu erreichen. Doch haben auch Staudämme vielerorts negative Folgen fürs Klima und die Anwohnerinnen und Anwohner. «En nome de que?» fragt unsere Partnerorganisation in ihrer Kampagne – In wessen Namen passiert dies alles? Für wen? Und was lässt sich tun?

In Brasilien macht Wasserkraft über die Hälfte der Energieversorgung aus. Und der Fokus auf die eigentlich als sauber geltende Energie wächst. Hunderte grössere und kleinere Dämme wurden bereits gebaut, unzählige weitere sind geplant – auch in Projektgebieten von Fastenopfer. An sich eine begrüssenswerte Entwicklung, denkt man.

 

Viele indigene Gemeinschaften, mit denen Fastenopfer arbeitet, beschreiben jedoch negative Aspekte: In Matto Grosso berichten die Manoki, wie es seit dem Bau eines Staudamms neben ihrem Dorf fast keinen Fisch mehr gibt – für sie eine wichtige Nahrungsquelle. Das Bauunternehmen habe erst mit ihnen Rücksprache genommen, als der Dammbau bereits im Gange war. Die Paresi erzählen, wie der Buriti-Fall für ein Wasserprojekt verbaut werden soll – ein fast achtzig Meter hoher Wasserfall und für sie ein heiliger Ort.

 

Klimaschutz heisst auch, die lokale Bevölkerung zu stärken

 

«In wessen Namen werden alle diese riesigen Energieprojekte in Brasilien gebaut? Wer profitiert davon?» fragt Direktorin Maria Paula Fernandes der Partnerorganisation Gota, und sie beantwortet die Frage gleich selbst: «In den Flüssen sehen viele Politiker und Politikerinnen nicht die Lebensräume und die Nahrungsquelle für die lokale Bevölkerung, sondern einzig das Potenzial, Geld zu machen.». Dabei bewirtschaften indigene Gemeinschaften in Brasilien ihre natürliche Umwelt nachhaltig und schonend. Diese zu stärken, damit sie sich politisch einbringen können und für ihr Land und ihre Rechte einstehen können, heisst auch, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

 

2017 hat Fastenopfer zusammen mit seinen lokalen Partnerorganisationen die Kampagne «In wessen Namen?» lanciert. Sie appelliert an politische Entscheidungsträgerinnen und -träger, die Stimmen betroffener Gemeinschaften zu hören und deren Bedürfnisse mitzudenken, wenn weitere Projekte zur Energiegewinnung umgesetzt werden.

 

Ebenso sollen die Geschichten dieser Menschen international bekannt gemacht werden und den Druck auf nationale Regierungen erhöhen.

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