Dem Klimawandel trotzen und Rechte verteidigen

Dürren, Hurrikane und zerstörte Böden: Die Lebensbedingungen im Bassin-Bleu sind hart. Agrarökologische Anbaumethoden helfen, die Böden wieder fruchtbar zu machen und die Ernährungssituation zu verbessern.

Die Organisation KOPBB (Coordination des Organisations Paysannes de la Commune de Bassin-Bleu) wurde 1994 gegründet und ist ein Zusammenschluss von acht Organisationen mit knapp 1 550 Mitgliedern, wovon fast die Hälfte Frauen sind.

 

Die Projektregion liegt im Nord-Westen Haitis, circa 25 Kilometer südlich von Port-de-Paix. Sie umfasst drei Gemeinden mit total 15 000 Bewohnern und liegt in einem mehrheitlich trockenen Gebiet, welches unter starker Umweltzerstörung leidet.

 

Die staatliche Unterstützung fehlt, was sich im schlechten Zustand der Infrastruktur, zum Beispiel bei den Schulen oder bei Strassen zeigt. Die Mehrheit der Menschen in Bassin Bleu bearbeitet eine Fläche von gerade mal 1,3 Hektar oder weniger. Entsprechend hart sind auch die Lebensbedingungen. Die Bevölkerung wird von den Dürren und Hurrikanen getroffen, welche die Gegend in den letzten Jahren immer wieder heimgesucht haben – wahrscheinlich eine Folge der Klimaerwärmung.

 

Karger Boden zu neuem Leben erwecken

 

Damit die Bevölkerung weniger verletzlich wird und ihre Ernährungssituation verbessern kann, schult sie KOPBB in verschiedenen Methoden der Agrarökologie wie Erosionsbekämpfung, Gewinnung von lokalem trockenheitsresistentem Saatgut, Mischkultur, Agroforst und biologischer Schädlingsbekämpfung. Dadurch wird gleichzeitig auch die Umwelt geschützt und der karge Boden fruchtbarer gemacht, wichtige Voraussetzungen für langfristige Verbesserungen.

 

Da viele Haushalte stark verschuldet sind und die lokalen Geldverleiher Wucherzinsen verlangen, unterstützt KOPBB seit langem den Aufbau von Spargruppen. Deren Mitglieder legen jeden Monat gemeinsam einen kleinen Betrag beiseite. Mit dem Ersparten helfen sich die Mitglieder in Notfällen oder gewähren Kredite für kleine Investitionen.

 

Seit einigen Jahren wird der Solidaritätsgedanke der Gruppen noch stärker in den Vordergrund gestellt. Viele von ihnen haben begonnen, gemeinsam ihre Ernte zu lagern, Gemeinschaftsfelder anzulegen oder ihre Produkte zu verarbeiten.

 

Seit ihrer Gründung setzt sich KOPBB für die Rechte der Kleinbauernfamilien ein und arbeitet dabei mit UPTKMA (ebenfalls eine Partnerorganisation von Fastenopfer) und anderen Organisationen zusammen.

 

2016 konnte in diesem Bereich ein Erfolg erzielt und mit einem Grossgrundbesitzer eine Einigung gefunden werden, dass dieser einen Teil seines Landes an die Kleinbauernfamilien überträgt. Diese Anstrengungen sollen weitergeführt und vermehrt auch der Dialog mit den lokalen Behörden gesucht werden.

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