Aufforstung schützt vor Hurrikans und Dürren

Für die Menschen in Haiti ist es äusserst schwierig, sich von der Armut zu befreien. Sie stecken in einem Teufelskreis von Verarmung und Übernutzung der Umwelt: Das Land ist sehr dicht bevölkert und es gibt im ländlichen Raum kaum alternative Erwerbsquellen zur landwirtschaftlichen Produktion.

Dies führt dazu, dass die Bäuerinnen und Bauern auch an sehr steilen Hängen noch Landwirtschaft und Viehzucht betreiben, dies mit der Folge, dass die Böden schnell erodieren. Für viele Menschen ist die Produktion von Holzkohle die einzige Möglichkeit, an Bargeld zu kommen, um Schulgeld oder medizinische Behandlung zu bezahlen. So werden auch die letzten Bäume auf den Hügeln Haitis gefällt, und das Problem verschärft sich weiter.

Im Projektgebiet Désarmes im Departement Artibonite machen sich die Folgen der Abholzung dramatisch bemerkbar. Wegen der zunehmenden Erosion fehlt die fruchtbare Erde, um Landwirtschaft zu betreiben. Auch die Felder in der fruchtbaren Ebene sind gefährdet; bei starkem Regen werden sie überflutet und mit Steinen übersät. Weil die Bäume fehlen, kann auch das Regenwasser nicht mehr versickern. In der Folge wird das Grundwasser nicht mehr genügend versorgt . Viele Quellen sind schon versiegt oder führen nur noch während der Regenzeit Wasser.

Aufforstung von 8 Hektaren Wald

Das Projekt schafft Abhilfe: In den 6 Jahren seit Projektbeginn hat die Bevölkerung von Désarmes mit Unterstützung von Piod mehr als 20 ha wieder aufgeforstet. Der Hügel «Morne Auguste» war früher so stark erodiert, dass dort kaum mehr Ziegen weiden konnten. Nun ist er von Jungbäumen überzogen, welche langsam zu einem Wald heranwachsen. Die Erosion konnte in dem Gebiet gestoppt werden. Die Quelle unterhalb des Hügels führt auch in der Trockenzeit wieder deutlich mehr Wasser und zahlreiche Vogelarten sind in das Gebiet zurückgekehrt. Die Bevölkerung beteiligt sich nicht nur beim Pflanzen der Bäume, sondern sorgt auch aktiv für den Schutz der Bäume vor Feuer und hungrigen Ziegen. Diese Erfolge sind für Piod aber kein Grund sich auszuruhen: Ende 2017 hat die Organisation mit der Bevölkerung, Vertretern der lokalen Behörden und anderen Akteuren eine partizipative Landnutzungsplanung durchgeführt. Dabei haben die Beteiligten anhand eines dreidimensionalen Geländemodells diskutiert, wo die drängendsten Probleme sind und wie man sie angehen könnte. Nachdem die Wiederaufforstung auf «Morne Auguste» abgeschlossen wurde, wird Piod die Gegend oberhalb von Rondo aufforsten. Im neuen Projekt sollen 8 Hektaren aufgeforstet werden in einem Gebiet, das im Einzugsgebiet zweier wichtiger Quellen liegt.

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