«Arme Länder haben nicht dieselben Möglichkeiten, sich an den Klimawandel anzupassen»

23.09.2019
Khonemany Inoukham, Koordinatorin von Fastenopfer in Laos, schildert eindrücklich ihre Erfahrungen: «Kurz bevor ich in die Schweiz kam, wurde mein Land von mehreren Stürmen getroffen. Getreidefelder wurden überschwemmt, Familien mussten aus ihren Häusern fliehen und haben Land und Besitz verloren.»

Am 22.9.2019 an der Gedenkfeier am Pizolgletscher hat Khonemany Innoukham aus Laos von den Auswirkungen des Klimawandels in ihrer Heimat berichtet. Stefan Salzmann, Klimaverantwortlicher bei Fastenopfer und Co-Präsident der Klima-Allianz Schweiz, blickt auf den Anlass zurück.

Der Klimawandel betrifft alle Menschen. Aber nicht alle Menschen gleich. Menschen in reichen Ländern haben mehr Möglichkeiten, sich an den Klimawandel anzupassen. Sie können umziehen, andere Nahrungsmittel kaufen, fossile durch erneuerbare Energiequellen ersetzen. Menschen in armen Ländern können das nicht. Der Klimawandel kann sie in ihrer Existenz bedrohen und für ihre Kinder haben diese Menschen keine Perspektive.

Gleichzeitig haben arme Menschen den kleineren ökologischen Fussabdruck. Sie verursachen durch ihren Lebensstil und ihre Konsummuster viel weniger Treibhausgase. Sie leiden also überdurchschnittlich unter dem Klimawandel obschon sie nicht zu den VerursacherInnen gehören. Das ist ungerecht.

Klimagerechtigkeit bedeutet also, dass die VerursacherInnen des globalen Klimawandels diejenigen unterstützen, die am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Und dass die VerursacherInnen gleichzeitig ihren eigenen Treibhausgasemissionen reduzieren.

Der Pizolgletscher als Symbol für den Klimawandel

Für Fastenopfer ist es wichtig, dass die traurige Tatsache, dass der Pizolgletscher wegschmilzt, als Symbol betrachtet wird. Was wir am Pizol beobachten konnten, steht stellvertretend für lokale Auswirkungen an vielen Orten auf der Welt – verursacht durch den Klimawandel. Die Dürren und Überflutungen in Laos zerstören Häuser, Ernten und in manchen Fällen sterben Menschen. Wir Schweizer/innen haben eine Verantwortung zu tragen – als Verursacher/innen des Klimawandels müssen wir unsere Treibhausgasemissionen reduzieren – darum unterstützt Fastenopfer die Gletscherinitiative.

Wir sollten dazu beitragen, die Geschädigten des Klimawandels, die nicht Verursacher/innen sind aber die Folgen tragen müssen, zu unterstützen. Wir können dies durch finanzielle Unterstützung tun und indem wir unseren eigenen Energieverbrauch überdenken und wo möglich reduzieren – aber auch dadurch, dass wir am kommenden Samstag den 28.9.2019 in Bern an der nationalen Klimademo teilnehmen – der nationalen Klimademo des Wandels. So verleihen wir der Forderung der Klima-Allianz Schweiz nach Klimagerechtigkeit Nachdruck.

Übrigens haben sich ebenfalls am 22.9. Partnerorganisationen von Fastenopfer aus Brasilien engagiert – am Klimagipfel in New York. Zusammen mit Vertreter/innen Indigener Gemeinschaften wehren sie sich gegen die Abholzung und Brandrodung im Amazonasgebiet. Der Erhalt des Regenwaldes ist entscheidend für die Bekämpfung des Klimawandels, aber auch für den Erhalt der Indigenen Lebensweise und Kultur. Fastenopfer unterstützt diese Arbeit und trägt die Forderungen der Indigenen Gemeinschaften aus Brasilien auch in die Schweiz – am 4.10.2019 an einer Medienkonferenz zusammen mit der Schweizer Klimajugend sowie an die Amazonas Synode in Rom.

Wir alle können etwas gegen den Klimawandel tun. Und darum sind wir dankbar für jeden kleinen und grossen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen und damit zur Unterstützung der armen Menschen auf dieser Welt.

Unterstützen Sie die Menschen in Laos

Wählen Sie den Betrag, den Sie spenden möchten