Papst Franziskus in Madagaskar: Ein Zeichen der Hoffnung

09.09.2019

Der Papst hat am vergangenen Wochenende Madagaskar besucht. Kardinal Désiré Tsarahazana ist dort Präsident der Bischofskonferenz. Er hofft, dass die Bevölkerung von dem Besuch inspiriert wird, stärker gegen die Armut, die bestehenden Ungerechtigkeiten und die verbreitete Korruption zu kämpfen. Immerhin sind rund ein Viertel der 24 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen katholisch.

Madagaskar ist die grösste Insel im Indischen Ozean und eins der ärmsten Länder der Welt. Am Morgen nach seiner Ankunft war Papst Franziskus in den Palast des Präsidenten eingeladen. Dort hielt er eine Rede vor madagassischen Autoritäten, Diplomatinnen und Diplomaten sowie Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft. Dabei sprach er die Probleme des Landes sehr deutlich an: Es gehe darum gegen die unmenschliche Armut und die verbreitete Korruption zu kämpfen.

Er erinnerte die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker, dass es ihre wichtigste Aufgabe sei, auf der Insel würdige und gerechte Lebensbedingungen zu schaffen. Im Zentrum der Entwicklung müssten Menschen stehen, vor allem die am meisten benachteiligten. Er zitierte auch seine Enzyklika Laudato Sì und apellierte an die Anwesenden, «unser gemeinsames Haus», die Erde, zu schützen. Die Zerstörung und Plünderung der Naturwälder und das Fällen der Edelholzbäume zum Profit von einigen wenigen sei eine grosse Bedrohung.

Am Nachmittag besuchte Franziskus ein Wohn- und Beschäftigungsprojekt seines Studienkollegen und Missionars Pedro Opeka, der in Anwesenheit auch von Staatspräsident Andry Rajoelina sagte, Armut werde verursacht «durch fehlende Sensibilität der Verantwortlichen, die dem Volk, das sie gewählt hat, den Rücken zukehren».

Die Gebetsfeier am Abend, war nach Art der Weltjugendtage gestaltet und wurde von rund 100’000 jungen Menschen besucht. Auch zu seiner Messe am Sonntagmorgen kamen mehrere hunderttausend Menschen.

Die Zivilgesellschaft wünscht sich, dass nach dem Besuch des Papstes nicht nur die Begeisterung der vielen hunderttausend Menschen in Erinnerung bleibt, sondern dass auch die klaren Worte an die anwesenden Verantwortlichen Wirkung zeigen.

Für Menschenrechte kämpfen

Kardinal Désiré ist bekannt für seinen Einsatz für die Menschenrechte. In seiner Diözese Toamasina, an der Ostküste des Landes, setzt er sich dafür ein, dass die ausländischen Unternehmen beim Abbau und Transport von Kobalt, Nickel und Gold die Rechte der Anwohnerinnen und Anwohner respektieren.

Als Präsident der Bischofskonferenz unterstützt er zudem ein nationales Projekt der Kirche, das Menschen in von Rohstoffabbau betroffenen Gebieten über ihre Rechte informiert. Die Kirche setzt sich auch für ein Minengesetz ein, das die Rechte der Menschen schützt und festlegt, wie die Profite der Minen dem Land und den Abbaugebieten zugutekommen.

Fastenopfer hat dieses Projekt in der Vergangenheit unterstützt und plant eine weitere Zusammenarbeit mit der madagassischen Bischofskonferenz zu diesem Thema. Neben den Spargruppen unterstützt das Programm eine Organisation, welche Menschen, die von Rohstoffabbau und Vertreibung bedroht sind, über ihre Rechte informiert und sie bei Bedarf auch vor Gericht unterstützt.

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Quellen: RFI, kath.ch, Bild: kath.ch

 

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