Guatemala: Ohne Gerechtigkeit keinen Frieden

25.04.2018
"Ich bin Xinka". Bild: Calas

Vor 20 Jahren stellte Bischof Juan Gerardi in Guatemala Stadt der Öffentlichkeit einen Bericht vor, der Verbrechen während des 36-jährigen Krieges dokumentiert. Zwei Tage später ist er tot, doch seine Botschaft heute lebendiger denn je - auch für eine Partnerorganisation von Fastenopfer.

Am 24. April 1998 stellte Bischof Juan Gerardi in der Kathedrale von Guatemala Stadt in feierlichem Rahmen der nationalen und internationalen Öffentlichkeit den Bericht „Nunca más!“ (Nie wieder!) vor. Es handelte sich um die Aufarbeitung der begangenen Verbrechen während des 36-jährigen Krieges. In diesem Bericht gab er den Opfern eine Stimme und sah sie als treibende Kraft des Wandels, den Guatemala braucht. Zwei Tage später wird Bischof Gerardi vor seiner Kirche mit einem schweren Stein brutal tot geschlagen.

 

Auch 20 Jahre nach seiner Ermordung ist sein mutiges Einstehen für Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden erinnerungswürdig.

 

Yuri Melini, Direktor der Partnerorganisation CALAS von Fastenopfer mahnt: «Bischof Gerardis Botschaft hat fruchtbaren Boden gefunden. In den Gemeinschaften, die Widerstand leisten, in der Stimme der Indigenen Völker wie den Xincas, Mayas und Garifunas, in der Stimme der Frauen, Arbeiter und Bäuerinnen; Studenten, Akademikerinnen und Kirchenmenschen. Alle streben sie solidarisch nach Wahrheit, Gerechtigkeit und dem Recht die Menschenrechte zu verteidigen. Ich bin als Menschenrechtsverteidiger von Bischof Gerardis Märtyrertum zutiefst bewegt, mein Glaube gefestigt und mein Leben inspiriert. Und um es mit seinen eigenen Worten zu sagen: Möge die Wahrheit über den Schmerz bekannt werden und Frucht der Gerechtigkeit, der Versöhnung und des Friedens sein.»

 

Die Partnerorganisation von Fastenopfer begleitet die Xincas bei der Anerkennung ihrer Rechte als indigenes Volk. Am 9. April haben die Xincas in der Hauptstadt hierfür demonstriert.

 

«Nie wieder!» gilt auch heute noch

 

Der Einsatz für die Menschenrechte bleibt weiterhin aktuell. Im vergangenen Jahr wurden 49 Menschenrechtsverteidiger/innen in Guatemala umgebracht. Auch die Partnerorganisationen von Fastenopfer leiden unter der Kriminalisierung ihrer Arbeit und werden bedroht. Ihre Geschichte und diejenige von Bischof Gerardi zeigen: Frieden ist nur möglich, wenn es Gerechtigkeit gibt, die auf Erinnerung und wahrer Geschichtsschreibung beruht. Das Projekt «nunca mas» hat diese brutale und harte Dimension des Krieges, der menschlichen Gräueltaten und des grenzenlosen Schmerzes der Schwächsten aufgezeigt.

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