Rohstoffe und Menschenrechte

Der Rohstoffabbau ist der Motor des herrschenden Wirtschaftsmodells: So werden Gold für Schmuck und Mobiltelefone oder Kupfer für unsere Autos abgebaut. Immer schneller schreitet die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen voran – und bedeutet für die Bevölkerung oft mehr Fluch als Segen.

Rohstoffabbau und der Schutz der Menschenrechte stehen zunehmend in einem Spannungsverhältnis. Denn oft verlieren die Menschen wegen dem Abbau von Gold, Kupfer oder Kohle ihre Lebensgrundlagen. Wie in Burkina Faso, wo wegen drei Goldminen rund 14 000 Menschen umgesiedelt wurden. Durch die Umsiedlung verlieren sie das fruchtbare Land, auf dem sie Landwirtschaft betrieben.

Kaum je werden die betroffenen Männer und Frauen angemessen in Entscheide für oder gegen Rohstoffprojekten einbezogen. Sie tragen aber die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Kosten – gerade Frauen, die durch ihre Verantwortung für Familie und Haushalt von den natürlichen Ressourcen wie Wasser, Wald oder Land besonders abhängig sind.

Fastenopfer macht die Stimme von Menschen und Organisationen hörbar, die vor Ort gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen und die oft skrupellose Politik der Rohstoffunternehmen einstehen.

Konzerne und Staaten in die Pflicht nehmen

Zusammen mit den Partnerorganisationen unterstützt Fastenopfer Frauen und Männer darin, ihre von der Verfassung zustehenden Rechte einzufordern. Die Konzerne wie die Staaten müssen verpflichtet werden, Verantwortung zu übernehmen. Auch in der Schweiz und international unterstützt Fastenopfer Menschen und Initiativen, die nachhaltige Lösungen entwickeln.

Gravierende Mängel bei der Kontrolle von Edelmetallen

Der am Montag, 22. Juni 2020 veröffentlichte Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) zeigt erneut „die Mängel des gegenwärtigen Aufsichtsrahmens“ für Edelmetalle in der Schweiz auf. Als wichtigste Golddrehscheibe der Welt muss die Schweiz ihre Verantwortung wahrnehmen und gegen den Handel mit menschenrechtswidrig produzierten Edelmetallen kämpfen, fordert eine Koalition von Organisationen, der Fastenopfer angehört.

Lesen Sie die ganze Medienmitteilung hier.

Die Förderung von Rohstoffen ist ein schmutziges Geschäft und mit vielen Risiken verbunden: Kleinschürfer in einer Kobaltmine in der Nähe der kongolesischen Stadt Kolwezi. © Meinrad Schade

Glencore: Gefährliche Geschäfte in einem schwachen Staat

20.10.2020

Unser neuer Bericht zeigt, wie schwierig es für Geschädigte ist, zu ihrem Recht zu kommen. Abhilfe könnte die Konzernverantwortungsinitiative schaffen.

Sister Mary John Mananzan, Fastenopfer-Partnerin aus den Philippinen

Frauen für die Sorgfaltspflicht von multinationalen Konzernen

10.10.2020

Wie die Bischöfe unterstützen zahlreiche Frauen innerhalb der Kirche den Kampf gegen den Missbrauch durch Konzerne.

Kongo: Bergbaugesetz soll die Rechte der Bevölkerung stärken

09.10.2020

Das neue Bergbaugesetz im Kongo hat das Potenzial, die Rechte der Bevölkerung zu stärken. Doch seine Umsetzung ist noch nicht optimal.

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Sorgfaltspflicht für Schweizer Unternehmen – Konzernverantwortungsinitiative

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François Mercier
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Trading Paradise – Im Kino

Die Chronik eines angekündigten Skandals: Nach dem Nazigold und dem Bankgeheimnis werden die Praktiken der in der Schweiz ansässigen Rohstoff-Firmen für die nächste Rufschädigung des Landes verantwortlich sein. Grosse Teile des Welthandels mit verschiedensten Ressourcen laufen über Firmen mit Sitz in Zug oder Genf. Die Firmen arbeiten intransparent, zahlen kaum Steuern und übernehmen nur selten Verantwortung für verursachte Umweltschäden. Der Film zeigt, wie engagierte Mitarbeiter von Nichtregierungs-Organisationen sich für eine Verbesserung der Transparenz und der Haftung dieser Rohstoff-Giganten einsetzen. Mehr »

In Defence of Life

Der Dokumentarfilm zeigt die Bemühungen und Erfolge von vier Gemeinschaften, die sich gegen grossflächige Minenprojekte in Kolumbien, den Philippinen, Südafrika und Rumänien wehren (auf Englisch).

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