Mit Rosen, Neuland und Inputtheater gegen Land Grabbing

17.04.2017

Abschluss der Ökumenischen Kampagne 2017

Bern/Luzern, 17. April 2017. – Land muss dem Leben dienen und nicht dem Profit, so die zentrale Aussage der diesjährigen Ökumenischen Kampagne der drei Entwicklungsorganisationen Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein. Den Menschen darf nicht der Boden unter den Füssen weggezogen werden. Schweizweit fand das Anliegen in vielfältiger Weise Unterstützung.

Kaufen Investoren Land und legen grosse Plantagen an, verlieren die Bauern und Bäuerinnen den Zugang zu Land. Dabei ernährt die bäuerliche Landwirtschaft die Welt.

Die Familienbetriebe stellen 70 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelproduktion sicher. Über 80 Prozent der ländlichen Bevölkerung in Entwicklungsländern hängen direkt von dieser kleinbäuerlichen Landwirtschaft ab. Diese Ernährungsbasis geht verloren, wenn zum Beispiel in Indonesien riesige Flächen gerodet und mit Ölpalmen bepflanzt werden, bei deren Finanzierung auch Schweizer Banken beteiligt sind. Solche Geschäfte sollen aufgegeben werden, fordern die drei Werke Fastenopfer, Brot für alle und Partner sein, denn «Land muss dem Leben dienen und nicht dem Profit».

Die anlässlich der Ökumenischen Kampagne lancierte Aktion „Neuland, geraubtes Land sichtbar machen“ stiess in Pfarreien und Kirchgemeinden auf grosses Interesse. Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben in der ganzen Schweiz in vielen Paletten gesät und gepflanzt. Entstanden ist ein buntes, vielfältiges Zeichen gegen den Verlust an fruchtbarem Land, das noch lange über die Kampagne hinaus sichtbar sein wird.

Die Kampagnengäste Kartini Samon aus Indonesien, Mitarbeiterin von GRAIN, Lali Naidoo, Direktorin der südafrikanischen Organisation ECARP, und Mamy Rakotondrainibe, Madagaskar, vom Collectif pour la défense des terres malgaches (TANY), waren vielgefragte Rednerinnen. Sie gaben dem Thema Land Grabbing ein Gesicht und leisteten mit ihren Berichten aus Indonesien, Südafrika und Madagaskar wichtige Sensibilisierungsarbeit.

Aktionen wie die Suppentage, „Brot zum Teilen“, die zahlreichen Fastengruppen, das Inputtheater „Gier“ oder der Rosenverkauf an rund 400 Standorten in der ganzen Schweiz, fanden grossen Zuspruch.

Als Neuheit wurde zusätzlich eine App konzipiert, mit der auch noch nach dem Ende der Ökumenischen Kampagne 2017 eine „digitale Rose“ verschenkt werden kann. Diese Solidarität und viele Spenden stärken die Projektarbeit der Werke im Süden und im Norden. Bischof Alvaro Ramazzini, Menschenrechtsaktivist aus Guatemala, zeigte sich von der Rosenaktion begeistert.

«Indem ich einer mir lieben Person eine Rose schenke, helfe ich einer anderen Person. Auch wenn diese Person und ich uns wahrscheinlich nie begegnen werden, kreuzen sich unsere Wege, das kreiert einen besonderen Moment.» – Bischof Alvaro Ramazzini

Der Dank von Bischof Alvaro Ramazzini richtet sich an die vielen Menschen in den Pfarreien und Kirchgemeinden, die mit ihrem Engagement und ihrer tatkräftigen Unterstützung die Ökumenische Kampagne 2017 zum Erfolg machten. Das brachte auch umfangreiche Spenden für die Projektarbeit der drei Entwicklungsorganisationen. Dank dieser Solidarität können Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein ihre Partnerorganisationen im Süden unterstützen. Denn wie Lali Naidoo es formulierte: „Land Grabbing geht uns alle an. Deshalb ist die Kampagne so wichtig, denn erst wenn die Menschen wissen, was in den Ländern des Südens geschieht, können wir gemeinsam etwas dagegen unternehmen.“

Weitere Informationen: Colette Kalt, Fastenopfer, Kommunikationsverantwortliche,

079 352 38 04

Für Medien:
www.sehen-und–handeln.ch/medien

(http://www.sehen-und-handeln.ch/bilder)

Die Ökumenische Kampagne: Informieren, Handlungsmöglichkeiten zeigen, Spenden sammeln: Seit 1969 arbeiten Brot für alle, die Entwicklungsorganisation der Evangelischen Kirchen der Schweiz, und Fastenopfer, das Hilfswerk der Katholikinnen und Katholiken, zusammen. Die Ökumenische Kampagne während der Fasten- oder Passionszeit ist zum Inbegriff der gelebten Solidarität und der ökumenischen Partnerschaft geworden. Seit 1994 beteiligt sich auch Partner sein, das Hilfswerk der christkatholischen Landeskirche. Jedes Jahr bringen die Werke gemeinsam ein entwicklungspolitisches Thema an die breite Öffentlichkeit. www.sehen-und-handeln.ch

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