Indigene erhalten Unterstützung im Kampf gegen gigantisches Minenprojekt

28.06.2016

Es sind ganze 10’000 Hektaren, auf die sich das Minengebiet in Tampakan, im Süden der philippinischen Provinz Mindanao, erstreckt. Die Mehrheit davon ist Regenwald – und gleichzeitig das Stammesgebiet der B’laan. Hier soll 2019 die grösste Gold- und Kupfermine entstehen. Doch die indigenen Menschen der B’laan wehren sich gegen diese Pläne. Eine Stammesangehörige und Projektpartnerin von Fastenopfer reiste dazu nach Genf. Nun erhalten die B‘laan Unterstützung.

Nora Polie Sukal ist Indigene aus dem Gebiet der geplanten Tampakan-Mine und Projektpartnerin von Fastenopfer. Letzte Woche hat sie an einer Podiumsdiskussion des UN-Menschenrechtsrats in Genf gesprochen. Anhand der Tampakan-Mine wurde das Risiko für interne Vertreibung wegen sogenannter „Entwicklungsprojekte“ wie Minen und Staudämme diskutiert.

Nora Polie Sukal fand für solche Projekte deutliche Worte: Ihr Volk und ihre Kultur könne nur überleben, wenn die geplante Mine auf ihrem Land nicht realisiert würde, sagte die Stammesangehörige der B’laan. “Wir werden von unseren Wäldern vertrieben. Sie sind bis anhin immer unsere Zuflucht gewesen, wenn wir nichts mehr zu essen hatten, oder wenn wir Heilpflanzen benötigt haben, um unsere Krankheiten zu heilen.”

Die besonders Verwundbaren schützen

Nun erhalten Sukal und die anderen Indigenen in Tampakan Unterstützung von Dr. Chaloka Beyani. Der UN Sonderberichterstatter für die Rechte Intern Vertriebener reiste 2015 ins geplante Minengebiet. Dort traf er sich mit indigenen Gemeinschaften der B’laan. Seinen Bericht zur Philippinenreise hat er letzte Woche dem Menschenrechtsrat vorgestellt. Neben bewaffneten Konflikten und Naturkatastrophen gerät „Development Induced Displacement“, also Vertreibung aufgrund von solchen Entwicklungsprojekten, zunehmend ins Blickfeld der UN.

Chaloka Beyani verwies auf die Wichtigkeit, die Betroffenen einzubeziehen, wenn es um die Beurteilung derer Bedürfnisse gehe: „Vertreibung zerstört nicht bloss die Häuser und Existenzen der indigenen Menschen. Sie hat auch einen unvorhersehbaren Einfluss auf ihre Kultur und Lebensweisen.“  Es müsse unbedingt gewährleistet sein, so Beyani, dass die indigenen Menschen Unterstützung erhielten. Sie seien schlecht gerüstet für ein Leben fern vom Stammesland und deshalb besonders verwundbar. Unterstützung zu bieten heisse auch, dass nach nachhaltigen und kulturell sensiblen Lösungen gesucht werden muss, sagte Beyani. “Dieses reiche und vielseitige Erbe muss geschützt werden oder ist – vielleicht für immer – verloren.“

Bischof Felix Gmür ist besorgt

Für die Arbeit und die Rechte der indigenen Gemeinschaften in Mindanao war der Besuch eines UN Sonderberichterstatters eine grosse Unterstützung. Und auch für die Arbeit von Fastenopfer. „Der Bericht des UN Sonderberichterstatters bestätigt, wie wichtig es ist, dass Fastenopfer die indigenen B‘laan weiterhin unterstützt. Ihre Zukunft ist wirklich bedroht. Es ist unabdingbar, dass wir ihre Anliegen über die internationalen Organisationen an die Öffentlichkeit und die internationale Gemeinschaft tragen“, sagt Helena Jeppesen, Projektverantwortliche für die Philippinen bei Fastenopfer.

Im Anschluss an den Anlass in Genf traf sich Nora Sukal auch mit dem Stiftungsratspräsidenten von Fastenopfer, Bischof Felix Gmür. 2014 hat auch er die indigenen Gemeinschaften in Tampakan besucht. Dazu sagt er: „Die Mine spaltet Familien und das ganze Volk der B‘laan. Ich bin auch besorgt über die Sicherheit von Nora Sukal und aller, die gegen die Mine Widerstand leisten.“

Felix_Gmür - Kopie

Nora Polie Sukal (rechts) bei ihrem Treffen mit Bischof Felix Gmür. Begleitet wurde sie von Sandra Bonrustro von der Diözese Marbel (links) und Helena Jeppesen und Doro Winkler von Fastenopfer.

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