Internationale Delegation in Diamantminengebiet in Zimbabwe gestoppt

14.11.2017

Am 10. November 2017 wurden 22 Menschenrechtsaktivist/innen aus Südafrika, Swasiland, Kenia, Uganda, Zimbabwe und Brasilien verhaftet. Sie hätten unerlaubterweise eine Sicherheitszone betreten. Die Delegation hat sich in der Region Maramba aufgehalten, wo sich die grössten Diamantvorkommen weltweit befinden.

 

Ziel des Besuchs war ein Austausch mit Menschen, die vom Rohstoffabbau betroffen sind. Anlass war der Jahrestag eines Massakers: Mit Hilfe des Militärs übernahm der Staat vor neun Jahren die Kontrolle über die Diamantfelder, 200 Menschen mussten dabei ihr Leben lassen. Die Gruppe, die mit ihrem Besuch in Zimbabwe die internationale Solidarität zum Ausdruck brachte, wurde verhaftet. Der Vorfall zeigt, dass Menschenrechtsverteidiger zunehmend kriminalisiert werden, und in ihrem Engagement für die Menschenrechte und die Umwelt behindert, ja gestoppt werden sollen.

 

Verbindliche Grundlagen und transparente Prozesse gefordert

 

Umso wichtiger ist eine klare solidarische Stellungnahme. Dazu gehört auch die Parteinahme für Transparenz, Information und Konsultation, um den demokratischen Prozessen und der Wahrung von Menschenrechten rund um den Rohstoffabbau Gewicht zu verleihen: Vom Rohstoffabbau direkt Betroffene müssen vorgängig informiert und befragt werden und an Entscheidungsprozessen teilnehmen können – so wie das für uns in der Schweiz selbstverständlich ist. Auch die Schaffung von rechtlichen Grundlagen in der Schweiz ist zentral, damit Rohstoffunternehmen verpflichtet werden, Menschenrechte und Umwelt zu schützen.

 

Dass internationaler Druck Wirkung zeigt, wurde auch hier offensichtlich. Bereits kurz nach der Verhaftung nahmen zahlreiche Organisationen medial Stellung. Nach einer Anhörung der Verhafteten vor den Behörden am 11. November 2017 wurde die Delegation wieder frei gelassen – nach Bezahlung einer Strafe von 100 US Dollar pro Person.

 

Organisiert wurde der Austausch von «People’s Dialogue», einem Netzwerk das mehrere Millionen Menschen aus Afrika und Lateinamerika vertritt, die sich aus Arbeiter/innen-Organisationen, Frauennetzwerken, Kleinbäuer/innen, Frauenorganisationen, Arbeiter/innen und kirchlichen Akteuren zusammensetzt. Sowohl die Organisation Trust for Community Outreach and Education (TCOE), als auch das Netzwerk «Kirchen und Bergbau» (Iglesias y Minería) sind Partnerorganisationen von Fastenopfer.

 

Einmal mehr zeigt sich, dass gerade im Rohstoff-Sektor Menschenrechte bedroht sind. Mit dem internationalen Programm «Rohstoffe und Menschenrechte» engagiert sich Fastenopfer für den Schutz der Menschen und der Umwelt in diesem Bereich.

 

Doro Winkler, Programmverantwortliche Rohstoffe und Menschenrechte, Fastenopfer

Unterstützen Sie die Menschen, die vom Rohstoffabbau bedroht sind

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