Lage in Haiti nach Wirbelsturm «Matthew» dramatisch

10.10.2016

Mehrere Hundert Tote oder Vermisste, das Land grossflächig überflutet oder verwüstet, Gebäudeschäden und grosse Viehverluste. Die genaue Lage in den Projektgebieten von Fastenopfer ist eine Woche nach dem verheerenden Wirbelsturm unübersichtlich. Fest steht: Die dramatische Situation der durch mehrere Katastrophen verheerten Insel wird nochmals verschlimmert.

 

Der Wirbelsturm, der letzte Woche mit bis zu 230 km/h über Haiti fegte, hat eine gewaltige Schneise der Verwüstung hinterlassen. Auch in den Projektgebieten von Fastenopfer: Bis zu drei Meter grosse Wellen haben Küstensiedlungen überflutet und Häuser zerstört.

 

Überschwemmung Haiti Wirbelsturm Matthew

Im Nordosten, in Mahotière, haben Kleinbauern grosse Viehherden, insbesondere Ziegen, verloren. In Bassin bleu, einem Gebiet im Südosten des Landes, wurde von zerstörten Häusern berichtet.

 

Viele Baumbestände, die den Erdbeben und Wirbelstürmen der vergangenen Jahre getrotzt haben, wurden zerstört. Ganze Ackerflächen wurden verwüstet. Die Ernährungsgrundlage der ländlichen Bevölkerung für die nächsten Monate, Jahre ist buchstäblich weggefegt worden.

 

Kommunikation im Süden zusammengebrochen

 

Blieben einige Regionen des Landes weitgehend vom Wirbelsturm verschont (so etwa die Departemente Nord-est, Bas-Artiibone und Centre), ist besonders den Süden Haitis stark betroffen. Dort ist das Kommunikationsnetz zusammengebrochen. Der Kontakt zu den betroffenen Gemeinden ist momentan unmöglich, Strassen und Wege offenbar unpassierbar.  

 

Annol Phylidor, Koordinator der Projekte von Fastenopfer in Haiti, berichtet bereits von ersten Todesopfern unter den lokalen Partnerorganisationen. Inwiefern die Partner und die Projekte weiter von den Auswirkungen des Wirbelsturms betroffen sind, lässt sich momentan aber noch nicht sagen. Fastenopfer wartet weiterhin auf konkretere Informationen der Partnerorganisationen.

 

Ein nationales Katastrophenhilfekorps ist in den Süden aufgebrochen und versucht, in die zerstörten Gebiete zu gelangen.

 

Bestehende Projekte sicherstellen – oder wiederaufbauen

 

Fastenopfer ist bereits seit einigen Jahren in Haiti tätig. Der neuste Wirbelsturm ist nicht die erste Naturkatastrophen, welche das Land trifft. So hatte der Karibikstaat noch immer mit den Folgen des gigantischen Erdbebens 2010 zu kämpfen. Hinzu kommen Sturmschäden und Verwüstungen aus den Jahren 1994, 2004 und 2008.

 

In der kommenden Zeit wird sich Fastenopfer auf den Wiederaufbau und die Sicherstellung der bestehenden Projekte konzentrieren.

 

Mit seiner Programm- und Projektarbeit setzt Fastenopfer auf langfristige Beziehungen mit Organisationen vor Ort. Nothilfe gehört nicht zur Kernaufgabe von Fastenopfer. Diese wird jedoch dann geleistet, wenn es darum geht, bereits laufende Projekte aufrechtzuerhalten und weiterführen zu können.

       

      Sämtliche Bilder von MISEREOR © Caritas Haiti 

       

       

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