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Religionsvertreter rufen auf zu Dialog und Frieden

Kolumbien: Proteste, Armut und Hunger

28.06.2021

Die Corona-Pandemie hat bereits 2020 viele Opfer gefordert. Und die Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben die Menschen in Armut und Hunger gestürzt. Seit Ende April treiben soziale Ungerechtigkeit und Verzweiflung die Menschen auf die Strassen, während die Ansteckungszahlen wieder stark steigen. Nun rufen Religionsvertreter zu Dialog und Frieden in Kolumbien auf

Seit Wochen informieren die beiden Koordinationspersonen aus Kolumbien mit grosser Sorge über die sich zuspitzende Situation im Land. Nach einem schrecklichen Jahr mit Corona, das Hunger und Verzweiflung mit sich gebracht hat, fordern seit Ende April grosse Teile der Bevölkerung ein menschenwürdiges und besseres Leben, sowie die Verteidigung und Umsetzung des Friedensabkommens von 2016. Die Verzweiflung treibt die Menschen auf die Strasse, zu lange schon dauert diese Ungerechtigkeit an. Präsident Iván Duque antwortete jedoch mit brutalen Polizeieinsätzen darauf, die zahlreiche Tote und Verletzte fordern.

Seit April steigen die Corona-Ansteckungen im Land wieder kontinuierlich an. Es fehlt an Impfstoff und an Spitalbetten. Die Situation ist besorgniserregend. Als Folge der starken wirtschaftlichen Rezession, der damit verbundenen Ungleichheit und den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, ist das Bruttoinlandprodukt um 6,8 Prozent gesunken. Das nationale Institut für Statistik schätzt, dass mittlerweile 42,5 Prozent der Menschen in Armut leben, 6,8 Prozent mehr als 2019. Die Zahl der Menschen in extremer Armut stieg um 5,5 auf mehr als 15 Prozent, das sind über 7 Millionen Menschen.

Die Pandemie als zusätzlicher Treiber von Arbeitslosigkeit und Hunger

Auch auf dem Arbeitsmarkt hat die Pandemie ihre Spuren hinterlassen. Die Arbeitslosenquote lag 2020 um 2,6 Prozent höher als im Jahr zuvor, bei rund 11 Prozent. Der Rückgang der Beschäftigung hat vor allem die unteren Einkommensschichten stark betroffen, die grossen Verlierer sind Frauen, informell Beschäftigte, junge Menschen sowie Migrantinnen und Migranten. Besorgniserregend ist zudem, dass fast ein Drittel der Haushalte nur noch zweimal am Tag ein Essen auf den Tisch bringen kann und rund 3 Prozent der Menschen sich nur noch eine Mahlzeit pro Tag leisten können.

Ungleichheit, Armut, Menschenrechtsverletzungen, sowie die weit verbreitete Straflosigkeit bei Verbrechen sind Ursachen, mit denen sich die seit Ende April andauernden Proteste erklären lassen. Besonders zu schaffen machen den Menschen in unseren Projekten die Wirtschaftskrise, die alltägliche Unsicherheit und die Covid19-Pandemie. Doch die Partnerorganisationen setzen alles daran, die Gemeinschaften zu unterstützen, sei es bei der Produktion von gesunder Nahrung in ihren Gärten oder dem Tausch von Saatgut und Produkten untereinander, aber um an Entscheidungsprozessen und friedensfördernden Massnahmen teilnehmen zu können.

Internationale Solidarität ist wichtig

Papst Franziskus hat sich bereits sehr deutlich zur Situation der kolumbianischen Bevölkerung geäussert: Ich bete, dass (…) durch einen ernsthaften Dialog gerechte Lösungen für die vielen Probleme gefunden werden können, unter denen die Ärmsten besonders leiden, auch aufgrund der Pandemie. 

Am 28. Juni veröffentlichte Cidse, die Dachorganisation katholischer Hilfswerke, einen Aufruf zu Frieden und Dialog in Kolumbien. Zu den 11 europäischen Bischöfen, welche den Aufruf unterschrieben haben, gehört auch Felix Gmür, Bischof von Basel und Stiftungsratspräsident von Fastenopfer. 

Hier finden Sie die englische Originaleversion des Aufrufs und hier eine automatisierte Übersetzung auf Deutsch.

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