Kohleland Schweiz

12.09.2019

Das schwarze Gold – wie die Kohle früher oft betitelt wurde – prägt die Geschichte der Neuzeit wie kein anderer Rohstoff. Als Rückgrat der Industrialisierung verhalf sie zu Wohlstand, als Rohstoff der Kriegsmaschinerie brachte sie Tod und Zerstörung. Und es scheint, als werde der Rohstoff auch noch einige Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts prägen. Kohle ist nach wie vor weltweit der zweitwichtigste Energieträger hinter Öl. Noch nie hat die Welt so viel Kohle verbraucht wie 2018 – mit gravierenden Folgen für Mensch, Umwelt und Klima.

Denn Kohle ist ein Klimakiller. Kein anderer fossiler Brennstoff verursacht mehr CO2. Rund 40 Prozent des weltweiten CO2-Ausstosses gehen auf ihr Konto. Die dadurch befeuerte Klimaerwärmung wird für Millionen von Menschen zunehmend zu einem existenziellen Risiko. Die verbleibende Zeitspanne, um eine globale Klimakatastrophe zu verhindern, wird knapp. Denn schon jetzt sind die negativen Folgen des Klimawandels in allen Weltregionen deutlich spürbar: stärkere und häufigere Wetterextreme, das Abschmelzen von Gletschern und der Polareiskappe, der Anstieg des Meeresspiegels oder der Verlust an Biodiversität.

Fastenopfer setzt sich gemeinsam mit Partnerorganisationen in Ländern des globalen Südens für eine Verbesserung der ökonomischen und sozialen Entwicklung benachteiligter Menschen ein. Die negativen Auswirkungen globaler Wirtschaftsgrossprojekte wie des Kohleabbaus, aber auch die Belastungen durch den Klimawandel erschweren eine positive Entwicklung. Benachteiligte werden weiter benachteiligt. Die Grundrechte der Betroffenen, wie sie in den internationalen Menschenrechtskonventionen festgehalten sind, werden weiter kontinuierlich verletzt.

Handelsplatz Schweiz – die Kohle mit der Kohle

Die Schweiz ist im weltweiten Kohlegeschäft eine wichtige Akteurin. Abbau und Handel sowie die Finanzierung entsprechender Projekte werden zu einem beachtlichen Teil aus der Schweiz getätigt. Mit dem Bekenntnis zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und der Ratifizierung des Pariser Abkommens ist die Schweiz zwei internationale Vereinbarungen eingegangen, die den Weg in eine ressourcenschonende und klimaverträgliche Zukunft weisen. Die Schweiz hat sich in beiden Prozessen konstruktiv engagiert und daran gearbeitet, dass ambitiöse Ziele gesetzt werden. Nun gilt es, den Worten Taten folgen zu lassen.

Die Schweizer Politik muss, will sie die eingegangenen Verpflichtungen einhalten und ihrer Verantwortung gerecht werden, mit einer umfassenden und kohärenten Strategie dafür sorgen, dass die Schweiz sich fristgerecht aus der Abhängigkeit von fossiler Energie löst. Konsequenterweise muss das Kohlegeschäft sukzessive reduziert und den internationalen Klimazielen entsprechend aufgegeben werden.

Die umfassende Broschüre finden Sie hier.