Medienmitteilung

Klimapolitik: Eigeninteressen sind wichtiger als Argumente

09.11.2017

(Luzern/Bern, 9.11.2017) Am 6. November hat in Bonn die 2. Konferenz nach dem Pariser Klimaabkommen begonnen. Obwohl der vor dem Untergehen bedrohte Inselstaat Fidischi die Konferenz präsidiert, drohen die berechtigten Anliegen der betroffenen Menschen vergessen zu gehen. Fastenopfer und Brot für alle sind an der Konferenz präsent und begleiten Organisationen aus Brasilien und dem Kongo, um deren Anliegen Gehör zu verschaffen.

 

 

Vor 2 Jahren wurde in Paris das bislang wichtigste Klimaabkommen der Geschichte verabschiedet. Aber ambitionierte Emissionsziele, die die Bekenntnisse im Pariser Abkommen verbindlich umsetzen würden, lassen in der Schweiz weiter auf sich warten. Doch die Zeit drängt. Bereits in wenigen Jahren wird das 1,5 Grad-Ziel unerreichbar sein, denn aktuell befinden wir uns auf einem 3 – 6 Grad-Kurs, den grosse Teile der Menschheit nicht überleben können. Wie auch der Inselstaat Fidschi, der die diesjährige Konferenz präsidiert, denn das Inselreich droht unter dem steigenden Meeresspiegel zu versinken.

 

 

An Inselstaaten zeigt sich beispielhaft die besondere Verwundbarkeit vieler benachteiligter Menschen. Ihre Stimmen tragen Fastenopfer und Brot für alle an die Klimakonferenz. Denn das Schicksal der betroffenen Menschen steht nicht auf der Tagesordnung. Denn ihre Argumente und die der bedrohter Staaten erfordern ein mutiges Handeln. Doch diese Argumente drohen vor den lautstarken Debatten der Delegierten an den Verhandlungstischen unterzugehen. Nationale Eigeninteressen und Verhandlungstaktik sind weit wichtiger.

 

Die betroffenen Menschen ins Zentrum stellen

 

«Es geht um die Menschen, die unter dem Klimawandel leiden, aber nicht zu den Verursachern gehören,» betont Stefan Salzmann, Verantwortlicher für Klimafragen bei Fastenopfer, «deren Anpassung an den Klimawandel sollte im Zentrum stehen.» Seit Jahren ist die Anpassung bzw. die Adaptation ein wichtige klimapolitische Forderung von Fastenopfer und Brot für alle, da der Klimawandel für sie bereits heute eine Bedrohung darstellt. Zusammen mit Projektpartnern fördern die Entwicklungsorganisationen beispielsweise agrarökologische Anbaumethoden in von Dürren betroffenen Gebieten. An der Klimakonferenz engagieren sie sich dafür, dass Agrarökologie auch als politisches Argument Gehör findet.

 

Vielmehr als über Anpassung wird in Bonn über Minderung bzw. Mitigation gesprochen: Als Lösung des Klimaproblems werden immer mehr Projekte erneuerbarer Energieproduktion geplant. Gemeinsam mit der Partnerorganisation Uma Gota no Oceano aus Brasilien, vertreten durch die Leiterin Maria Paula Fernandes, bringen Fastenopfer und Brot für alle an der Klimakonferenz ein, dass soziale Aspekte bei der Energieproduktion wichtig sind. Ansonsten schaffen die Lösungsansätze neue Probleme – wiederum auf Kosten der Benachteiligten.

 

Aufmerksam werden Fastenopfer und Brot für alle auch die Positionen der Schweizer Delegation verfolgen, da die Schweiz erstmals als vollwertiges Mitgliedsland an der Klimakonferenz teilnimmt. Dazu Julia Jawtusch, Verantwortliche für Klima und Landwirtschaft bei Brot für alle: «Gefragt wäre eine profilierte und ambitionierte Klimapolitik, welche auch die Finanzierung der notwendigen Massnahmen, aber auch von Schäden und Verlusten, beinhaltet. Wie dies geschehen soll, steht hingegen noch in den Sternen.»

 

http://www.fastenopfer.ch/

http://www.bfa-ppp.ch/

 

Weitere Informationen: Stefan Salzmann, Fachverantwortlicher Klima und Energie (Kontakt bitte über die nachstehenden Personen) Matthias Dörnenburg, Mediensprecher, 079 759 90 22, doernenburg@fastenopfer.ch oder Colette Kalt, Fachverantwortliche Medien und Publikationen, 079 352 38 04, kalt@fastenopfer.ch

Am Freitag steht Frau Maria Paula Fernandes, Leiterin der Partnerorganisation Uma Gota no Oceano für Interviews zur Verfügung.

Share This