Gewinner und Verlierer bei Bodenschätzen

11.07.2017

Die Schweizerinnen und Schweizer konsumieren Bodenschätze aus aller Welt: in unseren Handys, aber auch in unseren Zügen, Häusern oder Kinderwagen stecken Rohstoffe wie Kupfer, Gold, Aluminium oder Sand, die in aller Welt abgebaut werden. Doch welche Auswirkungen der Rohstoffabbau hat, darüber erfahren wir hier nur sehr wenig.

 

Hier in der Schweiz sind wir bestens informiert über die „relativen Gewinner und Verlierer bei Rohstoffen “, denn so titelt die NZZ jeweils im Wirtschaftsteil die Performance der Branchen. Dadurch wissen wir punktgenau, wann der Goldpreis wieder einmal steigt und ob es sich heute lohnt, Aktien von Rohstofffirmen zu kaufen oder zu verkaufen. Doch welche Auswirkungen der Rohstoffabbau auf die Bäuerinnen und Bauern in Südafrika oder Kolumbien hat, die vertrieben werden, verarmen und ihr Leben riskieren, wenn sie sich wehren, darüber wird vergleichsweise wenig berichtet.

 

Eine Studie von Fastenopfer und Brot für alle über Menschenrechtsverletzungen rund um den Goldabbau in Burkina Faso machte deutlich, wie der Verlust von Land und Wasser den Menschen ihre Lebensgrundlage entzieht. Wegen der Goldminen wurden 14 000 Menschen umgesiedelt, danach wurde ihr Einkommen geringer, sie hatten weniger Land und grössere Schwierigkeiten, an Wasser zu kommen. Doch die Goldraffinerie Metalor, die das Gold aus Burkina Faso in der Schweiz verarbeitet und damit auch eine Verantwortung dafür trägt, unter welchen Bedingungen das Gold abgebaut wird, wies die Ergebnisse der Studie zurück. Sie ist überzeugt, dass sie genügend Sorgfalt walten lässt. Dagegen lässt sich kaum etwas tun: Solange die Schweizer Politik sich gegen eine verpflichtende Sorgfaltsprüfung wehrt, verhindert sie, dass Schweizer Unternehmen zur Verantwortung gezogen werden und Opfer von Menschenrechtsverletzungen ihre Rechte einklagen können.

 

Ungleich mehr Rechte aber haben Unternehmen, können sie doch vor dem internationalen Schiedsgericht der Weltbank gegen Staaten klagen, wenn sie um ihre Profite fürchten: So geschehen kürzlich in Kolumbien, als Glencore eine Klage gegen die kolumbianische Regierung einreichte.

 

Dieses Ungleichgewicht will die Konzernverantwortungsinititative ändern. Denn es braucht eine gesetzliche Grundlage, damit Unternehmen in Zukunft verpflichtet werden, sorgfältig abzuklären, ob sie Menschenrechte oder Umwelt verletzten. Und entsprechend handeln.

 

Doro Winkler ist verantwortlich für das Internationale Programm „Rohstoffe und Menschenrechte“ bei Fastenopfer.

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