Religion und Kultur

Kultursensibilität ist kein Instrument, welches man aus der Schublade ziehen kann, doch es ist unabdingbar, wenn man Entwicklungszusammenarbeit sowohl respektvoll als auch erfolgreich gestalten will.

Fastenopfer setzt sich seit seiner Gründung mit Religion und Kultur auseinander, im Wissen darum, dass Entwicklungszusammenarbeit niemals in einem luftleeren Raum stattfindet.

Religion und Kultur werden dabei als treibende wie auch als hemmende Faktoren für Entwicklung wahrgenommen und das darin liegende Innovationspotential fruchtbar genutzt. Deshalb beschäftigen uns Fragen wie: Wie vertraut sind wir mit den Arbeits- und Lebensrealitäten unserer Projektpartner wirklich und nehmen wir darauf genügend Rücksicht? Und wie kultursensibel gestalten wir unsere Kommunikation?

Stärkung der Identität und des Selbstbewusstseins

Für Fastenopfer stellt dabei die religiöse und kulturelle Befähigung (Empowerment) eine wichtige Komponente in der Arbeit dar. Dies, weil durch eine bewusste Stärkung von religiösen und kulturellen Ressourcen die Identität und das Selbstbewusstsein der Partnerorganisationen, aber auch die lokalen Visionen von Entwicklung unterstützt werden können.

Solche Ressourcen umfassen etwa das lokale Wissen im Bereich der traditionellen Medizin, der Jagd, der Landwirtschaft und des Handwerks. Darunterfallen aber auch lokale Konfliktlösungsstrategien oder der kulturelle Umgang mit Trauer, Verlust und Aggression. Kulturelle und religiöse Ressourcen wie kosmologische Vorstellungen, oral tradierte Genealogien, geteilte Wert- und Moralsysteme, Heiratsbeziehungen und das kollektive Gedächtnis regulieren Sozialbeziehungen, Transaktionen und Kooperationen zwischen Gruppen und Individuen. Auch das rituelle Wissen sowie die religiöse Praxis prägen den Alltag der Menschen.

Kultursensibles Arbeiten benötigt also vier Zutaten:

1. Es bedarf viel Zeit für einen offenen Dialog und für ein vertieftes Aneignen von Wissen

2. Es braucht auch gegenseitigen Respekt, Neugierde und Toleranz. Denn kulturelle Differenzen (so z.B. im Bereich der Menschenrechte oder Geschlechter-Gerechtigkeit) müssen wahrgenommen, behutsam angesprochen und transparent ausgehandelt werden.

3. Selbstreflexion und ein Bewusstsein um die eigene religiöse und kulturelle Identität sind Voraussetzung für Offenheit gegenüber dem „Fremden“

4. Und schließlich bedarf es auch Flexibilität, sodass der Spielraum zwischen den institutionellen Vorgaben und den lokalen Realitäten von allen Beteiligten möglichst flexibel ausgelotet und kreativ genutzt werden kann.

 

Unsere Publikationen zum Thema:

Geschichten «Religion und Kultur»: Die grosse Palette an exemplarischen Geschichten in der vorliegenden Publikation spiegelt die Breite an religiöser und kultureller Erfahrungen in unseren Projekten und Programmen. Die Fülle an Beiträgen unterstreicht zudem die Wichtigkeit, diesen Dimensionen genügend Aufmerksamkeit einzuräumen und sie nicht zu übersehen oder gar zu tabuisieren (Französische, spanische und englische Version).

Konzept «Religion und Kultur»: Dieses wurde im Dialog mit verschiedenen Programm- und Fachverantwortlichen sowie mit Unterstützung der Koordinator/innen von Fastenopfer erarbeitet (Französische, spanische und englische Version).

 

«Corona – die Krankheit der Weissen und Reichen»

19.04.2020

Corona-Krise weltweit: Wie im Norden wird im Süden phantasievoll spekuliert, Verschwörungstheorien tauchen auf, und es wird nach Schuldigen gesucht.

Mehr Unterstützung dank moderner Kommunikation

Dank moderner Kommunikation können indigene Gemeinschaften in Brasilien sich zunehmend selbst gegen die Bedrohung ihres Lebensraums wehren.

Sabina Majil Manrique vom Projekt Atucsara/Kolumbien 2020. Foto: Fastenopfer/ Jose Manuel Peña De-Chasquis

Eine bessere Ernährung und natürliche Energiequellen

Das Projekt in Kolumbien hilft 250 Familien ihre Ernährung und ihr Einkommen zu verbessern und sich für das Gemeinwohl einzusetzen.

Bild aus UNSPLASH, Claudio Schwarz für Website EKG Projekt Inesc

Die brasilianische Klimapolitik unter der Lupe

Inesc analysiert, ob und wie Brasilien seine Klimaziele erreicht - vor allem im Hinblick auf den Schutz des Amazonas-Regenwalds.

Südafrika WOMIN, IP Rohstoffe und Menschenrechte

Mitbestimmung von Frauen bei Minenprojekten

WoMin informiert die Bevölkerung über ihre Rechte und unterstützt Frauen in Afrika mit Alternativen zum destruktiven Rohstoffabbau.

Suedafrika RWA, IP Ernährungsgerechtigkeit

Bäuerinnen im südlichen Afrika vernetzen sich

RWA vernetzt Frauen aus dem südlichen Afrika, damit ihre Anliegen besser gehört werden – im Interesse einer zukunftsfähigen Landwirtschaft.

Mehr Unterstützung dank moderner Kommunikation

Dank moderner Kommunikation können indigene Gemeinschaften in Brasilien sich zunehmend selbst gegen die Bedrohung ihres Lebensraums wehren.

Frau im Garten, Bistum Garzon

Gesunde Landwirtschaft und friedliches Zusammenleben

Das Projekt des Bistums Garzon fördert in 10 Dörfern in Kolumbien eine ganzheitliche, solidarische Entwicklung und erhöht ihr Einkommen.

Maya-Gemeinschaften leben das Buen vivir

Zusammen mit 120 Maya-Familien setzt sich die lokale Caritas Verpaz in Guatemala für eine gesicherte Ernährung und ein besseres Leben ein.

Fundación Tierra Nuestra, Frau vor Flipchart während Ausbildung, Workshop

Ausbildung von Führungspersonen

Das Projekt unterstützt die indigene Bevölkerung in Guatemala, ihre Ernährung zu verbessern und ihre Rechte durchzusetzen.

Bäume schaffen Einkommen und schützen

Im Projekt setzt die haitianische Dorfbevölkerung den extremen Wetterereignissen traditionelles Wissen und agrarökologische Methoden entgegen.

Projekt Adri Banda: Frauen zeigen Getreide

Dorfgemeinschaften organisieren sich selbst

Im Südwesten von Kongo verbessert die Bevölkerung ihre Ernährung mit vielfältigem, angepasstem Saatgut und erhöht ihr Einkommen.

Die Minen bringen viel Staub mit sich: Strassenszene in Kolwezi.

Verantwortungsbewusster Rohstoffabbau

Das Projekt im Kongo setzt sich mit der betroffenen Bevölkerung für mehr Mitsprache und einen verantwortungsvollen Rohstoffabbau ein.

COCOGEP, Frau zeig Produkte

Familien werden selbstständig schuldenfrei

Die Solidaritätsgruppen und ihre Getreidespeicher im Senegal ermöglichen über 5‘000 Menschen, den Hunger zu überwinden.

Mit lokalen Mitteln dem Klimawandel trotzen

Im trockenen Norden Senegals verbessert die Bevölkerung dank Solidaritätsgruppen und gemeinsam angebauten Feldern ihre Situation.

Aufklärung über die Gefahren des Goldschürfens

Das Projekt sucht mit jungen Goldsuchern und ihren Familien in Burkina Faso nach Möglichkeiten, wie man beides sinnvoll verbinden kann.

Frauengruppen sichern sich nachhaltige Einkommen

Die Einkommen der Familien in Burkina Faso erhöhen sich dank der Verarbeitung von traditionellen Produkten wie Karité.

BETSILEO, Menschen auf dem Feld, Feldarbeit

Keine Schulden und weniger Hunger dank Spargruppen

Im Hochland von Madagaskar lernen rund 29'000 Mitglieder von Spargruppen, von den Schulden zu befreien und ihre Ernährung zu verbessern.

Keine Schulden und sauberes Wasser

Rund 36'000 Mitglieder von Spargruppen an der Küste Madagaskars sind ohne Schulden und lernen, wie sie Trinkwasser aufbereiten können.

Laos ACD, Dank biologischen Anbaumethoden und gesunden Waldprodukten verbessert sich die Gesundheit von Frauen und Kindern in Laos.

Gesundheit von Müttern und Kleinkindern fördern

Dank biologischen Anbaumethoden und gesunden Waldprodukten verbessert sich die Gesundheit von Frauen und Kindern in Laos.

Weniger Hunger in den Bergen von Nordlaos

Das Projekt schult Familien erfolgreich in organischer Landwirtschaft und regt an, den Wald in Nordlaos nachhaltiger zu nutzen.

Neue Perspektiven dank Solidaritätsgruppen

Mit Solidaritätsgruppen und Ausbildung in Agrarökologie bringt das Projekt in Kenya neue Perspektiven – und eine bessere Ernährung.

Die neuen Wege der nomadischen Massai

Friedenskomitees suchen in Kenya nach tragfähigen Lösungen, damit Wasser und Land künftig gerecht aufgeteilt und schonend genutzt werden.

Mehr Rechte für Kastenlose und Frauen in Dolpa

7500 Kastenlose in Nepal verbessern ihre Ernährung mit traditionellen Getreidesorten und Küchengärten und setzen sich für ihre Rechte ein.

Adivasi verteidigen ihre Lebensgrundlagen

Das Projekt arbeitet mit rund 5000 Personen in 40 kleinen indischen Dörfern und unterstützt sie, Anträge auf eigenes Land zu stellen.

Von der Teeplantage zu eigenem Land

Das Projekt arbeitet mit 4500 Adivasifamilien in der Nähe von indischen Teeplantagen, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

CERD, Kinder zeigen ihren Frang, Fische, Fischerboot

Fischerfamilien schützen ihre Lebensgrundlagen

Die Bevölkerung an der philippinischen Küste organisiert sich, forstet die Mangrovenwälder auf und erhöht ihr Einkommen.

Menschenrechte schützen und fördern – mehr denn je

TFDP unterstützt politische Gefangene in den Philippinen, versorgt ihre Familien mit Lebensmitteln und setzt sich ein für Menschrechte allgemein.

Bessere Gesundheit und mehr Mitsprache für Frauen

Dank Wissensvermittlung, Küchengärten und besserer Betreuung nach den Geburten verbessert sich die Gesundheit der Frauen in Nepal.

Entschlossener Einsatz der Frauen in Denis

Im Nordosten von Haiti setzt sich die Organisation der Frauen von Denis mit Saatbanken und Spargruppen für ihre Gemeinde ein.

Mehr Nachhaltigkeit im Lagerleben

Faires Lager sensibilisiert Kinder und Jugendliche in der Schweiz für globale Zusammenhänge und motiviert sie, bewusst und nachhaltig zu handeln.

Würdige Arbeitsbedingungen für unsere Produkte

Swiss Fair Trade vereint Unternehmen, welche Fair Trade-Produkte anbieten, um den fairen Handel in der Schweiz und weltweit zu fördern.

Multinationale Agrarfirmen stoppen

Grain unterstützt Kleinbauernbewegungen in ihrem Widerstand gegen Agrarmultis und diskriminierende Handelspolitiken.

Arbeitsbedingungen: High Tech – No Rights?

Die Kampagne thematisiert immer wieder die prekären Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie - im Moment geht es um die Elektromobilität.

Tourismus, der den Armen nützt

In armen Ländern profitiert die arme Bevölkerung nur selten vom Tourismus. Eine Fachstelle sich in der Schweiz setzt sich für konkrete Änderungen ein.

Sichere und faire Produktion von Kleidern

Arbeitsbedingungen in der gesamten Lieferkette von Kleidern sollen sich - in Zusammenarbeit mit Arbeiterinnen und Arbeitern - verbessern.

Romana Büchel

Romana Büchel
Religion und Kultur

+41 41 227 59 46
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Weitere Aspekte unserer Arbeitsweise

Die Lebensbedingungen im Bassin-Bleu in Haiti sind hart. Agrarökologische Anbaumethoden erwecken kargen Boden zu neuem Leben.

Messung der Wirkung

Fastenopfer will mit den Spenden und Beiträgen eine möglichst grosse, positive und nachhaltige Wirkung erreichen. Doch wie wird diese gemessen?

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Psychosoziale Konfliktanalyse

Entwicklungsprojekte können zu Spannungen führen. Um dies zu vermeiden hat Fastenopfer die psychosoziale Konfliktanalyse entwickelt.

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Regelkonformität

Für mehr Qualität und Transparenz in den Projekten wurde die Stelle eines Verantwortlichen für Regelkonformität und Antikorruption geschaffen.

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