Danke Ferdinand!

08.07.2019

Am Freitag, 5. 7. 2019, ist Ferdinand Luthiger gemeinsam mit seiner Frau Theres Luthiger bei einem Badeunfall nicht weit vom heutigen Standort von Fastenopfer ums Leben gekommen.

Ferdinand Luthiger war bis zuletzt mit Fastenopfer eng verbunden. Über 30 Jahre hat er bei dem Hilfswerk der Schweizer Katholikinnen und Katholiken gearbeitet. Im Oktober 1965 begann er als kaufmännischer Mitarbeiter, 1979 wurde er stellvertretenden Direktor und 1984 ernannte ihn der Stiftungsrat als Nachfolger des verstorbenen Gründers und ersten Direktors Meinrad Hengartner. 1995 übergab Ferdinand Luthiger das «Steuerrad des Fastenopfer-Schiffs» an Anne-Marie Holenstein. Auch nach seiner Pensionierung blieb Ferdinand Luthiger Fastenopfer treu. Er gründete den «Freundeskreis», organisierte Pensioniertentreffs, kam immer wieder zu Besuch und war an jedem Jubiläum oder anderen Feierlichkeiten präsent, meist begleitet von seiner Frau Theres Luthiger, die ihm während seiner ganzen engagierten Zeit den Rücken frei hielt und doch selber Fastenopfer sehr verbunden war.

Unter dem Motto «Dynamisch bleiben – offen sein» übernahm Ferdinand Luthiger 1984 die Stelle als zweiter Fastenopfer-Direktor. Er pflegte einen sehr kooperativen Führungsstil und es war ihm wichtig die Mitarbeitenden gezielt zu fördern. Ein besonderes Anliegen war Ferdinand Luthiger einerseits die kirchliche Identität von Fastenopfer, aber auch die notwendige Unabhängigkeit zur Kirche, was er in einer eigenständigen, offenen Sprache ausdrückte. Wichtige Meilensteine unter seiner Leitung waren das 25-Jahr-Jubiläum mit der Veröffentlichung des «Manifests 2000» – einer ökumenischen Vision für das neue Jahrtausend -, und die Gründung der «Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke» – heute Alliance Sud. Dies auch als eine Antwort auf die Frage «Hilfswerke und Politik» die Ferdinand Luthiger aus der Optik der sozialethischen Argumentation aus der Sicht des Evangeliums betrachtete. Er sah Fastenopfer als «Anwalt für die Armen» für deren Anliegen er sich stark machte.

Ferdinand Luthiger war engagiert, blieb in der Sache aber nüchtern, wodurch er viele Menschen überzeugte. Er war ein Familienmensch, seine sechs Kinder und seine Frau und später die Enkelkinder waren ihm wichtig. Aber auch das Fastenopfer blieb immer ein Teil Familie. Sein Feu sacré war geprägt von dieser ganz persönlichen Verbundenheit, die er bis zum Schluss pflegte. Danke Ferdinand, für Dein grosses Engagement! Du und Deine Frau Theres werden uns sehr fehlen.