Jahresbericht 2016

Fastenopfer, ein verlässlicher Partner für einen nachhaltigen Wandel

08.06.2017

Luzern, 8. Juni 2017: Das Jahr 2016 stand ganz im Zeichen der neuen Strategie «Wandel wagen – Globale Gerechtigkeit fördern». Während der Ökumenischen Kampagne sammelten zahlreiche Freiwillige erstmals – und das mit grossem Erfolg – Unterschriften für eine Volksinitiative und trotz einem immer herausforderungsreicheren Umfeld, konnte das Geschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen werden.

Institutionell war die Ausarbeitung, Finalisierung und Operationalisierung der neuen Strategie «Wandel wagen – Globale Gerechtigkeit fördern» das zentrale Projekt. Damit will Fastenopfer seine Tätigkeit kohärent auf Transformation ausrichten, um ein Umdenken hier und in Entwicklungsländern anzuregen und Veränderungsprozesse auf persönlicher, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene in Gang zu setzen, damit eine nachhaltige Lebensweise gefördert und sichere Lebensgrundlagen für alle möglich werden. Die Konzentration dabei gilt den beiden Kernthemen «Recht auf Nahrung» und «Nachhaltiges Wirtschaften» sowie dem Querschnittthema «Gender-Gerechtigkeit».

Globale Gerechtigkeit fördern

Mit der Ökumenischen Kampagne 2016 thematisierte Fastenopfer die Unternehmensverantwortung. Am Beispiel des Goldabbaus in Burkina Faso wurde aufgezeigt, welch verheerende Folgen Minen für die lokale Bevölkerung haben: Vertreibung, vergiftetes Wasser, ungenügende Kompensation von Land und Siedlungen die dokumentierten Fakten. Mit der narrativen Studie konnte klar aufgezeigt werden, dass international verbriefte Prozesse, freiwillige Kodizes und Branchenregelungen Menschenrechtsverletzungen nicht verhindern. Eine verbindliche Regelung, wie sie die Konzernverantwortungsinitiative fordert, würde den Menschen vor Ort mehr Rechte einräumen. Zum ersten Mal wurden im Rahmen einer Ökumenischen Kampagne Unterschriften für eine Volksinitiative gesammelt. Fastenopfer, Brot für alle und Partner sein, haben das Ziel, für die Initiative 20‘000 zu sammeln weit übertroffen. Bis zur Einreichung der Initiative waren 28‘000 Unterschriften zusammengekommen. Dies einerseits wegen der stringenten Argumentation und andererseits wegen des grossen Engagements von Freiwilligen in den Pfarreien. Die drei Organisationen haben somit von allen Koalitionsmitgliedern am drittmeisten Unterschriften beigetragen.

Neue Landesprogramme und Menschenrechtsarbeit

Die Erarbeitung der neuen Landesprogramme war zentral. Alle 14 Landesprogramme wurden aufgrund der vorgängig erfolgten Evaluation und der neu formulierten Strategie überarbeitet. Abgeleitet von der institutionellen «Theory of Change», wurden eigene Wirkungsmodelle für jedes Land entwickelt, die der Stiftungsrat im November bewilligte.

Nora Polie Sukal vom Volk der B’laan aus den Philippinen, hat im Juni vor dem UN-Menschenrechtsrat über ihre Bedrohung durch eine geplante Mine berichtet. Ihr Besuch in der Schweiz ist Teil des Menschenrechtsengagements von Fastenopfer, um die Vertreibung der B’laan aus ihrem Stammesland zu verhindern. Auch die Begleitung der kolumbianischen Menschenrechtsaktivisten nach Südafrika, die vor dem Konzernsitz von Anglo Gold Ashanti gegen ein in den kolumbianischen Anden geplantes Minenprojekt protestierten, stand im Zeichen der Menschenrechte. «Wasser ist wichtiger als Gold» so ihre zentrale Botschaft.

Aussichten

Trotz der angespannten Einnahmesituation im Jahr 2016, konnte das Geschäftsjahr mit einem Mehrertrag von CHF 193‘929 abgeschlossen werden. Nun gilt es, die Ertragssituation 2017 weiter zu stabilisieren. Bei der Umsetzung der neuen Landesprogramme geht es zudem darum, die Fragen der Agenda 2030 in die Öffentlichkeit zu bringen und den Anspruch der Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit kritisch zu reflektieren und sowohl in den Programmen als auch in der eigenen Organisation umzusetzen.

Fastenopfer dankt allen Privatspenderinnen und -spendern, Institutionen, Pfarreien, und engagierten Personen für ihre Spenden, Beiträge und ihre tatkräftige Unterstützung. Der Finanzbericht zeigt, dass Fastenopfer die ihr anvertrauten Mittel sorgfältig und haushälterisch einsetzt. Zahlreiche Personen – vor allem in den Pfarreien – leisten zudem mit jährlich rund 250‘000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit, einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierungs- und Sammeltätigkeit der Organisation.

Weitere Informationen:
Matthias Dörnenburg,
Leiter Kommunikation Fastenopfer,
041 227 59 21

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