KlimaGespräche an immer mehr Orten in der Deutschschweiz

Neue Angebote: Das Leben auf Klimakurs bringen

02.01.2021
Hinweis, Klimagespraeche

Bern/Luzern. Die KlimaGespräche stossen trotz der Corona-Krise auf Anklang. 2020 hat die aus England stammende Methode mehr als 200 Menschen in der ganzen Deutschschweiz dabei unterstützt, ihr Leben auf Klimakurs zu bringen und ihren CO2-Ausstoss zu reduzieren. Nun gehen die KlimaGespräche mit 27 neuen Moderatorinnen und Moderatoren an acht Orten und auch Online in die nächste Runde.

Viele Schweizerinnen und Schweizer machen sich Sorgen über den Klimawandel. Trotzdem sind die wenigsten bereit, ihren Lebensstil anzupassen und etwa auf das Auto, die Ferienwohnung, exotische Lebensmittel oder ein neues Handy zu verzichten. Dies zu ändern, ist das Ziel der KlimaGespräche. Die in Grossbritannien entwickelte Methode vereint technische und psychologische Aspekte und setzt auf die Dynamik und Unterstützung der Gruppe. Mit Erfolg: Untersuchungen zeigen, dass Menschen dank der KlimaGespräche ihren CO2-Ausstoss innert fünf Jahren um die Hälfte verringern konnten.

 Die Methode wird inzwischen in zahlreichen Ländern wie Frankreich, Grossbritannien, Holland und Kanada erfolgreich angewandt. 2019 lancierten Brot für alle und Fastenopfer die KlimaGespräche, die vom Bundesamt für Umwelt und verschiedenen Städten und Kantonen unterstützt werden, auch in der Deutschschweiz. Im vergangenen Jahr haben mehr als 200 Personen von St. Gallen über Zürich und Basel bis ins Wallis daran teilgenommen. Zudem wurden auch vier Online-Gespräche durchgeführt.

Wer an den KlimaGesprächen teilgenommen hat, kann sich im Anschluss selber zum Moderator oder zur Moderatorin ausbilden lassen. Dank 27 neu ausgebildeten Moderatorinnen und Moderatoren sollen mit einer neuen Serie von KlimaGesprächen auch 2021 möglichst viele Personen an acht Orten in der Deutschschweiz erreicht werden. Auch Online gibt es erneut mehrere Angebote.

Information allein reicht nicht

«Die KlimaGespräche setzen dort an, wo die Wissensvermittlung aufhört», sagt Daniel Wiederkehr, Verantwortlicher für die KlimaGespräche in der Deutschschweiz. Denn die Erfahrung der letzten Jahre zeige deutlich, dass Informationen über den Klimawandel allein nicht genügen, um Menschen zu Verhaltensveränderungen zu bewegen. «Es braucht die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema», sagt Wiederkehr.

In Gruppen zu sechs bis zehn Personen und unter der Leitung von jeweils zwei ModeratorInnen analysieren die Teilnehmenden im Rahmen von sechs Gesprächsrunden die eigenen Gewohnheiten in den Bereichen Wohnen, Mobilität, Ernährung und Konsum und deren Folgen fürs Klima. Zudem setzen sie sich in den Gesprächen damit auseinander, wie sie auch ihr Umfeld für einen nachhaltigen Lebensstil sensibilisieren können.   

Gleichzeitig werden innere Prozesse wie Ängste und Motivation beleuchtet, die eine langfristige Verhaltensänderung erschweren können. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Widerständen und der Austausch in der Gruppe helfen, das Gefühl der Machtlosigkeit zu überwinden und zu einem Lebensstil zu finden, der eine langfristige Reduktion der CO2-Emissionen ermöglicht. «Die KlimaGespräche öffnen die Augen: Zusammenhänge werden klarer und ich komme auf Ideen, was ich als Einzelperson gegen den Klimawandel tun kann», fasst eine Teilnehmerin ihre Erfahrungen zusammen. «Wer etwas ändern möchte und den Dreh nicht schafft, ist hier genau richtig. Informationen und Austausch in einer guten Mischung, Ermutigung und gemeinsames Nachdenken bringen einen weiter», sagt eine andere Teilnehmerin.

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