Zum einjährigen Jubiläum der päpstlichen Enzyklika «Laudato si’»

13.06.2016

Am 18. Juni 2015 gab Papst Franziskus seine Umwelt-Enzyklika heraus. «Laudato si» – benannt nach dem bekannten Gebet seines Namenspatrons Franz von Assisi – ist ein altes Loblied auf die Kraft der Natur. In der aktuellen Fassung von Papst Franziskus wird die Enzyklika zum eindrücklichen Mahnruf. Auch ein Jahr nach der Veröffentlichung ist klar: Laudato Si‘ hat nichts an Aktualität eingebüsst.

Die Enzyklika lädt alle Menschen guten Willens und die Staatengemeinschaft dazu ein, ihren Beitrag zu leisten, damit die Klimakatastrophe abgewendet werden kann. Franziskus betrachtet die Natur als Schöpfung und unser aller gemeinsames Haus. Besonders eindrücklich zeigt er auf, dass soziales Unrecht und Umweltzerstörung zwei Seiten der gleichen Medaille sind.

Geschickt gewählt war auch der Zeitpunkt der Herausgabe des Lehrschreibens; es kam gerade einige Monate vor der Beschliessung der «Sustainable Development Goals» durch die UNO und dem Abschluss des Klimaabkommens von Paris heraus. Viele Partnerinnen der Entwicklungszusammenarbeit bekunden dem Schreiben Aktualität, Fachkompetenz und profetische Kraft. Eine solche kirchliche Stimme motiviert.

Die Umwelt-Enzyklika würdigt die zivilgesellschaftliche Arbeit von Organisationen wie Fastenopfer. Sie verbindet die Klimafrage mit der der sozialen Ungerechtigkeit in der Welt. Hören Sie dazu Harjeet Singh, Klimawandel-Experte bei ActionAid International:

Nach der Klimakonferenz in Paris, wo ein Abkommen unterzeichnet worden ist, braucht es weiterhin konkrete und ehrgeizige Schritte, wenn man die versprochenen Ziele auch erreichen will. Und das ist dringend nötig.

Die Klimafrage und die soziale Ungerechtigkeit sind beides Phänomene, die sich nicht so schnell verändern lassen. Gefragt ist Kontinuität. Für die zukünftige strategische Ausrichtung der Arbeit von Fastenopfer ist die Enzyklika eine wichtige Grundlage.

Bemerkenswert ist auch das Echo dieser Publikation ausserhalb der katholischen Kirche. Der Papst hat weit über seine Gefolgschaft hinaus mobilisiert. Mit seinen Worten hat er auch Menschen erreicht, die nicht katholisch sind, denen aber Klimagerechtigkeit ein wichtiges Anliegen ist. Die Umweltenzyklika gibt diesen Menschen und zivilgesellschaftlichen Akteuren eine gewichtige Stimme.

Daniel Wiederkehr und Stefan Salzmann, Fastenopfer

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