Die Zivilgesellschaft einbeziehen

25.05.2017

Die Bedürfnisse der ländlichen Bevölkerung Kolumbiens wurden bei den Friedensverhandlungen nicht berücksichtigt. Der nationale Entwicklungsplan stützt sich ausschliesslich auf Megaprojekte und den Bergbau.

 

Kolumbien ist eines der Länder mit der grössten Artenvielfalt weltweit: Mit nur 0,7 Prozent Anteil an der weltweiten Festlandsmasse vereinigt das Land ganze zehn Prozent aller Tier- und Pflanzenarten des Planeten.
Kolumbien treibt seit den 1970er-Jahren den Schutz seiner natürlichen Ressourcen voran – und doch haben vor allem das dynamische soziale und wirtschaftliche Wachstum in den letzten Jahrzehnten erhebliche Umweltschäden mit sich gebracht.

 

Trotz des auferlegten Umweltschutzes fördert die Regierung die Nutzung von Wald, Wasser und Bodenschätzen durch Grossprojekte. Darunter leidet nicht nur die Biodiversität, sondern auch die lokale Bevölkerung. Übernutzung, unangepasste Anbau- und Erntetechniken, mangelnde Infrastruktur und die hohen Zugangsbarrieren zu den lokalen Märkten beeinträchtigen die Lebensgrundlage der ländlichen Bevölkerung massiv.

 

Nur dann Frieden, wenn sich die Zivilbevölkerung beteiligen kann

 

Seit den 1960er-Jahren herrschen in Kolumbien bürgerkriegsähnliche Zustände. Im Südwesten des Landes haben Massaker, Menschenrechtsverletzungen und Vertreibungen dazu geführt, dass der soziale Zusammenhalt schwach ist und die Bevölkerung in ständiger Angst lebt. Die bewaffneten Auseinandersetzungen der letzten 50 Jahre hinterlassen tiefe Wunden in der kolumbianischen Gesellschaft.

 

Deshalb setzt Fastenopfer alles daran, der Bevölkerung sozial und ökologisch nachhaltige Landwirtschaftsmethoden zu vermitteln, indem geeignete lokale Praktiken und nachhaltige Methoden gefördert werden. Die politische Arbeit und die Entwicklungsvorschläge der Bevölkerung sollen gestärkt werden, um den Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Zudem will Fastenopfer die Machtbeziehungen zwischen den Geschlechtern in Familie und Gemeinschaft verändern und so die Gendergerechtigkeit fördern. Ein zentraler Punkt zur Sicherung des Friedens ist, dass sich die Zivilgesellschaft an den Friedensverhandlungen beteiligt. Zusammen mit Partnerorganisationen werden Strategien erarbeitet, um Risiken zu minimieren und zu vermeiden.

 

Nur dadurch kann der Frieden dauerhaft und stabil in der ganzen Gesellschaft verankert werden. Ohne die Bekämpfung von Armut, Unterentwicklung – gerade in den ländlichen Gebieten – , ist ein erneuter Ausbruch des bewaffneten Konflikts nur eine Frage der Zeit.

 

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