Guatemala

Die indigene Bevölkerung ist organisiert und handelt selbstbewusst

Armut ist in Guatemala immer noch stark von der ethnischen Zugehörigkeit bestimmt. Deshalb setzt sich Fastenopfer für die Indigene Bevölkerung ein, denn sie ist es, die am meisten unter Hunger und Gewalt leidet.

Die Untersuchungen der UN-Antikorruptionsbehörde, die 2018 zur Inhaftierung des Ex-Präsidenten führten, weckten bei der Bevölkerung Hoffnung auf eine Wende. Doch nun hat sich diese erneut zerschlagen. Denn nichts deutet darauf hin, dass mit den Wahlen von 2019 eine Regierung ins Amt kommen wird, die sich mit der herrschenden Klasse anlegt. Weder wird die Korruption wirksam bekämpft, noch die massive Emigration in Folge von Armut und Hunger verhindert. Fortschritt bedeutet weiterhin Abbau von Bodenschätzen und riesige Monokulturen mit Ölpalmen oder Zuckerrohr. Die Indigene Bevölkerung wird vielerorts vertrieben. 2018 traf zudem die Trockenperiode in Folge des Klimawandels das Land besonders hart und es kam zu Ernteausfällen bis zu 90 Prozent. Immer wieder fordern die Indigenen von der Regierung die in der Verfassung festgeschriebenen Rechte ein. Doch diese reagiert mit massiver Polizeigewalt und kriminalisiert die Verteidiger/innen der Menschenrechte.

Selbstbewusst Rechte einfordern

Die Projekte von Fastenopfer setzen bei der Kultur der Indigenen an. Gemeinsam reflektieren sie über die ganzheitliche Indigene Weltanschauung des buen vivir, und wie sie diese in ihrem Alltag realisieren können. Sie lernen ihre kollektiven und individuellen Rechte kennen. Mit neu erworbenem Selbstbewusstsein fordern sie Landtitel, Schulen und Gesundheitszentren bei lokalen oder regionalen Behörden. Gleichzeitig beleben sie ihre traditionellen Anbaumethoden wieder und ergänzen sie mit agrarökologischen Ansätzen. Durch die Vermarktung ihrer Produkte erhöhen sie ihr Einkommen.

 

Was wir im nächsten Jahr mit Ihrer Hilfe erreichen wollen

  • 1100 Familien arbeiten neu mit agrarökologischen Methoden, die ihre Böden verbessern und ihre Produktion erhöhen.
  • 70 Gemeinschaften werden konkret darin unterstützt, ihr Recht auf Selbstbestimmung, Land, und Wasser bei den Behörden einzufordern
  • 300 weibliche und 400 männliche Führungspersönlichkeiten setzen sich aktiv für die individuellen und kollektiven Rechte ihrer Gemeinschaften ein

«Arme Länder haben nicht dieselben Möglichkeiten, sich an den Klimawandel anzupassen»

23.09.2019

An der Gedenkfeier am Pizol hat Khonemany Innoukham von den Auswirkungen des Klimawandels in ihrer Heimat Laos berichtet. Stefan Salzmann von Fastenopfer blickt auf den Anlass zurück.

Die Rechtsstaatlichkeit in Guatemala ist in grosser Gefahr

10.01.2019

Der Präsident Guatemalas hat eine UN-Kommission des Landes verwiesen, die zentral ist zur Aufarbeitung von Verbrechen und Korruption. Indigene laufen Gefahr no…

Palmöl-Petition zeigt Wirkung: Coop reduziert Verbrauch, andere müssen folgen

03.07.2018

Es geht also doch! Palmöl ist gar nicht so unverzichtbar. Im letzten Herbst haben über 12‘500 Personen unseren Aufruf «Palmöl führt zu Landraub» unterze…

GuatemalaBNE pro KopfLandesflächeLebenserwartungKindersterblichkeitAlphabetisierung
3.34 US-$108 889 km²72 Jahre3.2 %78.3 %
82.4 US-$41‘285 km²83 Jahre0.43 %99.6 %
Guatemala
BNE pro Kopf3.34 US-$82.4 US-$
Landesfläche108 889 km²41‘285 km²
Lebenserwartung72 Jahre83 Jahre
Kindersterblichkeit3.2 %0.43 %
Alphabetisierung78.3 %99.6 %

Projekte in Guatemala

Mam-Maya praktizieren buen vivir, das Prinzip vom guten Leben

In Guatemala wird die Entwicklung der Mam-Maya auf verschiedenen Ebenen gefördert.

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Politische Rechte und Wertschätzung für indigene Völker

Das Projekt unterstützt die stark benachteiligte Maya-Bevölkerung in Guatemala darin, ihre Rechte einzufordern.

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Landesprogramm Guatemala

Philippa Mund

Programmverantwortliche Guatemala

+41 41 227 59 35
Mail

Olga Inés Pérez

Koordination

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