Kongo: Covid-19 bedroht die Menschenrechte

08.06.2020
Minenarbeiter in Lumumbashi Foto: Fastenopfer/Meinrad SchadeJunger Minenarbeiter in Lumumbashi Foto: Fastenopfer/Meinrad Schade

Die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind in den Ländern des Südens erheblich. Die Demokratische Republik Kongo (DRK) bildet da keine Ausnahme, trotz einer niedrigen Infektionsrate seit dem ersten Fall am 10. März. Bis zum 5. Juni 2020 gab es offiziell 3643 Infektionen und 77 Todesfälle.

Die Folgen der Massnahmen zur Kontrolle des Coronavirus sind jedoch sehr präsent und haben für die kongolesische Bevölkerung schreckliche Folgen auf vielen Ebenen. Der Hunger statt des Coronavirus wurde zu einer Bedrohung für die informellen Arbeiterinnen und Arbeiter, welche täglich um ihr Überleben kämpfen. Die zu erwartende weltweite Konjunkturabschwächung dürfte erhebliche Auswirkungen auf das Land haben, dessen Wirtschaft in hohem Masse von dem Export von Rohstoffen abhängt.

Die Löhne der Bergleute sinken, aber nicht ihre Arbeitszeit

Fastenopfer unterstützt in der DRK neben den Projekten für die Ernährungssicherheit der ländlichen Bevölkerung auch solche, die den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen fördern. Unsere kongolesische Partnerorganisation Afrewatch ist eine NGO, die sich auf den Umgang mit den natürlichen Ressourcen spezialisiert hat. Im vergangenen Monat veröffentlichte sie ein Bulletin, das die Auswirkungen der Pandemie auf die Arbeitssituation im Bergbausektor untersucht. Dabei konzentrierten sie sich auf die Provinzen Haut-Katanga und Lualaba im Südosten des Landes.

Angesichts der beobachteten Situation empfiehlt Afrewatch den beiden Provinzregierungen, dafür zu sorgen, dass die Unternehmen die Lebens- und Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten auch während dem Lockdown verbessern. Sie sollen zudem transparent aufzeigen, wie sie die zusätzlichen Mittel, die sie wegen der Pandemie erhalten, verwalten und einsetzen.

Gleichzeitig drängt Afrewatch die Bergbauunternehmen selbst, die nationalen Arbeitsgesetze einzuhalten und in die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Gebieten zu investieren, wo die Leute zu Hause bleiben müssen. Den neuesten Stand des Berichts von Afrewatch finden sie hier auf Französisch.

Journalisten und Menschenrechtsverteidigerinnen inhaftiert

Auch Europäische Netzwerk für Zentralafrika (EurAc), dem Fastenopfer angehört, hat in den letzten Wochen die Auswirkungen des Coronavirus im Kongo untersucht. Angeschaut wurden die Einhaltung der Grundrechte, die Beziehungen zwischen den Geschlechtern, die Ernährungssituation und die Versorgungsketten der Rohstoffe. Dies hat zu einer Reihe Empfehlungen für jeden Sektor geführt, welche von Fastenopfer unterstützt werden:

Unter anderem sollen die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten lokale und internationale Menschen- und Frauenrechtsorganisationen in der Region der Grossen Seen an der Grenze zu Burundi und Ruanda fördern und schützen. Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit sollten angefochten werden. Die unabhängigen Medien sollen unterstützt werden. Europäische Diplomaten und Diplomatinnen sollten die Möglichkeit wahrnehmen, an den Prozessen gegen Journalist/innen, Menschenrechtsverteidiger/innen und weiteren politischen Gefangenen teilzunehmen und sie – wie in den Richtlinien für Menschenrechtsverteidiger/innen festgelegt – im Gefängnis zu besuchen. Politische Gefangene und Personen in Untersuchungshaft sollten unverzüglich und bedingungslos freigelassen werden. Die umfassende Analyse von EurAc auf Englisch ist hier verfügbar.

Fastenopfer plant, seine Partnerorganisationen in den 14 Ländern weiter im gleichen Umfang unterstützen, damit sie nicht gezwungen sind, Mitarbeitende zu entlassen und sie ihre Arbeit den Umständen anpassen können. Hier finden Sie mehr zu unserer Arbeit in der Demokratischen Republik Kongo.

Um diese Arbeit halten und weiterführen zu können, sind wir froh um jede Spende.

 

 

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