Agrarökologie hat auch eine politische Dimension

18.04.2018
Eröffnungsrede von FAO-Direktor José Graziano da Silva

Das kürzlich durchgeführte Symposium zu Agrarökologie zeigt: Inzwischen ist auch bei den internationalen Organisationen angekommen, dass die konventionelle Landwirtschaft nicht geeignet ist, Hunger und Armut zu beseitigen und Agrarökologie eine vielversprechende Alternative darstellt.

Die FAO (Food und Agriculture Organisation der UNO) hat vom 3.-5. April in Rom zu einem Symposium zu Agrarökologie eingeladen. Mehr als 700 Vertreter und Vertreterinnen aus Zivilgesellschaft und Regierungen aus aller Welt, sowie von Internationalen Organisationen haben teilgenommen, darunter vier Partnerorganisationen von Fastenopfer aus Laos und den Philippinen.

Sie haben sich dafür stark gemacht, dass Agrarökologie nicht nur als eine Sammlung landwirtschaftlicher Methoden verstanden wird, sondern dass auch die politische Dimension beachtet wird. Denn nur wenn die Bäuerinnen und Bauern ins Zentrum gerückt werden und sie über den Boden, Saatgut und anderen Produktionsmittel selber verfügen, kann ein echter Wandel stattfinden.

Zudem haben sie die Vertreterinnen und Vertreter der FAO, anderer internationaler Organisationen und der Regierungen in die Pflicht genommen, die Politik in den unterschiedlichen Ländern mehr im Sinne der Kleinbäuerinnnen und Kleinbauern auszugestalten.

«Ich war erstaunt zu sehen, dass es inzwischen eine starke, weltweite Bewegung für Agrarökologie gibt», sagt Tongdam Phongphichith, Verantwortlicher der Partnerorganisation SAEDA in Laos. Sichtlich inspiriert von den zahlreichen Bewegungen fügt Amphone Souvannalath der Partnerorganisation ARMI in Laos fügt an, «Bei den zahlreichen Begegnungen habe ich viel gelernt. Insbesondere wenn es darum geht, wie wir besser bei den Regierungsvertretern lobbieren können, habe ich neue Ideen bekommen. Diese möchte ich sobald wie möglich umsetzen».

Im Anschluss an das Symposium reisten die zwei Vertreter der laotischen Partnerorganisationen auch nach Rheinau zu Sativa, wo biologisches Saatgut gezüchtet und vermehr wird. Dort haben die Verantwortlichen der Pflanzenzüchtungen ihnen einen Einblick in die professionelle Züchtungsarbeit gegeben.

«Zwar arbeiten wir mit sehr viel einfacheren Mitteln, da in unseren Projekten die Bauern selber die Selektionsarbeit und die Saatgutvermehrung bewerkstelligen, aber es motiviert mich, in unseren Projekten noch intensiver zu Saatgut zu arbeiten», sagt Phongphichith. Inzwischen sind die beiden Vertreter aus Laos wieder in ihrem Heimatland und trieben ihre Projekte mit neuer Inspiration voran.

Agrarökologie

Agrarökologie muss weiter gefördert und ausgeweitet werden, damit eine Transformation der Ernährungs- und Agrarsysteme und das Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) gelingt. Doch was macht die Agrarökologie eigentlich aus und verstehen wir alle das gleiche darunter?

Mit diesen Fragen hat CIDSE, die internationale Dachorganisation, in der Fastenopfer und internationale katholische Organisationen vereint sind, in den letzten Monate beschäftigt. Um mehr Klarheit zu erlangen haben sie die Prinzipien der Agrarökologie zusammengetragen (Lesen Sie hier das multimediale Dossier auf Englisch).

Mit der Agrarökologie sollen die negativen Auswirkungen auf die Umwelt reduziert, die Biodiversität erhöht und die Nährstoffkreisläufe geschlossen werden. Dabei haben die Bäuerinnen und Bauern einen aktiven Part in der Erarbeitung und der Verbreitung der landwirtschaftlichen Methoden, sie nutzen dazu lokales, traditionelles Wissen und Kultur und knüpfen an die eigene Tradition on.

Genauso wichtig ist aber, dass die Bäuerinnen und Bauern wirtschaftlich und politisch gestärkt werden, beispielsweise dadurch, dass sie sich organisieren um ihre Produkte besser zu vermarkten und ihre Rechte auf Zugang zu Land und Saatgut verteidigen. Nur so kann die Umsetzung der SDGs gelingen.

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